10 Tipps, wie du Fehlkäufe vermeidest

Fehlkäufe – jeder hat so einige davon im Schrank. Die Folge: das Geld ist weg, ohne dass wir etwas davon haben; wir verlieren den Überblick und können uns nur schwer entscheiden, was wir anziehen sollen und es kostet uns viel Zeit und Überwindung, die Sachen wieder zu entsorgen. Besser ist, Fehlkäufe im Vorfeld zu vermeiden. Diese 10 Tipps helfen dir dabei.

Tipp 1 – Kaufe nur Kleidung, die dir wirklich passt

Ich habe es früher auch getan: Kleidung gekauft, die mir nicht wirklich gepasst hat. Vornehmlich waren es Hosen. Sie sollten mir als Anreiz dienen, abzunehmen. Aber ich kann dir nur sagen, dass das nie funktioniert hat, zumindest nicht für lange. Obendrein war das kein schönes Gefühl, ständig damit konfrontiert zu werden, nicht in meine Wunschgröße hineinzupassen. Seit ich nur noch passende Kleidung kaufe, habe ich irgendwie auch Frieden mit meinem Körper geschlossen. Und das empfehle ich dir auch, weil es viel wichtiger ist, als die Größenangabe auf dem Etikett. Deine Wunschgröße zu kaufen, bewirkt leider nicht, dass sich der Wunsch nach weniger Gewicht auch erfüllt. Da müssen wir leider andere Wege bestreiten. In meinem Buch erfährst du übrigens, wie ich es geschafft habe.

Tipp 2 – Kaufe nichts, was du intensiv pflegen musst

Mittlerweile würde ich nichts mehr kaufen, was pflegeintensiv ist, zum Beispiel Sachen, die nur per Hand oder bei 30 Grad gewaschen werden, in die Reinigung gebracht oder gebügelt werden müssen. Ich kenne mich mittlerweile gut. Erstens ist mir meine Zeit dafür zu schade und zweitens bin ich zu faul dafür. So hatte ich eine Menge Blusen, die ich nicht getragen habe, weil ich keine Lust hatte, sie zu bügeln und einpaar Sachen, die ewig im Wäschekorb blieben, weil es sich nie gelohnt hat, dafür die Waschmaschine anzuschmeißen. Und so denke ich, geht es den meisten. Kaufe also nur das, was in deinem Alltag nicht viel Aufwand einfordert.

Tipp 3 – Vermeide Doppelkäufe

Manchmal haben mir Sachen so gut gefallen, dass ich sie doppelt haben wollte – für den Fall, dass eines davon kaputt geht. Aber die Folge war, dass ich keines von beiden mehr so gern getragen habe. Die Sachen langweilten mich schnell, was mit einer entsprechend niedrigeren Wertschätzung verbunden war. Ich hatte also nicht wirklich Freude an ihnen. Letztendlich habe ich mehr Geld ausgegeben und musste mehr entsorgen. Alles ist tatsächlich vergänglich. Kleidung wird vergehen und sogar unser Geschmack ändert sich. Mehr oder sogar doppelt zu kaufen, ändert daran auch nichts. Wenn du aber nur so viel kaufst, wie du auch wirklich brauchst, macht dich das auf lange Sicht zufriedener, weil die Sachen einen hohen Wert für dich haben.

Tipp 4 – Kaufe nichts, was dir nicht steht

Es gibt so viele Sachen, die mir an meiner Freundin oder an anderen gut gefallen, mir selbst aber nicht stehen. Früher habe ich sie trotzdem nachgekauft. Diese Sachen gehörten aber dann zu denjenigen, die ich am Wenigsten getragen habe und trotzdem nur schwer loslassen konnte, eben weil sie mir so gut gefallen haben. Aber sie weckten immer ein Unzufriedenheitsfühl in mir, weil ich mich darin unattraktiv fühlte. Man tut sich damit also nichts Gutes. Konzentriere dich lieber auf das, was dir wirklich gut steht und worin du dich gut fühlst. So entwickelst du deinen ganz eigenen Stil.

Tipp 5 – Kaufe keine unbequeme Kleidung

Wenn ich an unbequeme Kleidung denke, muss ich immer an ein Oberteil denken, das ich wunderschön fand, bis auf die Tatsache, dass sich der Stoff auf der Haut wie Schmirgelpapier anfühlte. Ich kaufte es trotzdem. Angezogen habe ich es immer nur kurz vor dem Spiegel, um es gleich wieder auszuziehen, weil es sich so unerträglich anfühlte. Im gleichen Augenblick bedauerte ich das Ganze. Das Oberteil endete als Schrankleiche, ohne dass ich es je einmal richtig tragen konnte. Wenn du dich im Laden bereits unwohl fühlst, wird es zuhause leider nicht besser. Daher ist der Wohlfühlfaktor ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium. Kaufe also nichts, was kratzt, juckt, ständig verrutscht oder auf eine andere Weise unbequem ist.

Tipp 6 – Wähle nur Farben, die dir gefallen

Es gibt Farben die mir nicht stehen oder die ich nicht mag, wie zum Beispiel braun. Manchmal habe ich aber trotzdem etwas in dieser Farbe gekauft, weil mir alles andere wie etwa der Schnitt und der Stoff gut gefallen haben. Aber das änderte leider nichts daran, dass ich mich in der Farbe unwohl fühlte. Wenn alles andere stimmt, unterschätzen wir die Wirkung der Farben manchmal, aber das ist eines der augenscheinlichsten Dinge, die wir an anderen, an Gegenständen und an uns selbst wahrnehmen. Sie ist also ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium. Verzichte lieber, wenn dir die Farbe nicht gefällt.

Tipp 7 – Vermeide Frustkäufe

Vielleicht kennst du das auch. Manchmal gehst du in die Stadt und findest nicht das, was du suchst, fühlst dich gerade unattraktiv, bist traurig oder hattest einen schlechten Tag – kurz: du bist frustriert. In solchen Situationen neigen wir zu Frustkäufen, um uns zu trösten. Doch meistens stellen sich Frustkäufe schnell als Fehlkäufe heraus, weil wir sie unüberlegt kaufen. Und tröstlich sind sie nur für einen kurzen Moment. Weiche daher auf andere Dinge aus. Triff dich zum Beispiel mit Freunden. Es ist aber auch nicht verkehrt, sich mal schlecht zu fühlen. Das gehört einfach zum Leben dazu. Dies lässt sich auch durch Kaufen nicht ändern, sondern nur, indem wir uns mit dem beschäftigen, was uns bedrückt.

Tipp 8 – Kaufe nicht nur für bestimmte Anlässe

Das kann zum Beispiel ein sehr ausgefallenes Ballkleid für eine Mottoparty, eine Hochzeit oder ein freizügiges Kleid sein, dass du nur im Urlaub trägst. Achte darauf, dass du Kleidung vielseitig tragen kannst. Dann hast du auch öfters Freude daran. Für Feierlichkeiten habe ich einpaar Kleidungsstücke, die ich immer wieder tragen kann. Diese sind schick aber nicht ausgefallen, sodass sie auch für andere Anlässen gut geeignet sind. Falls du einpaar ausgefallene Schrankleichen hast, verkaufe sie schnell, denn sie werden mit der Zeit weder schöner, noch wertvoller.

Tipp 9 – Lass dich nicht von Angeboten verführen

Angebote oder billige Kleidung lösen in uns immer das Gefühl aus: „Kauf mich! Du verpasst eine einmalige Gelegenheit!“ Tatsächlich ist es aber so, dass wir um des Schnäppchens willen kaufen und nicht, wegen dem Kleidungsstück an sich. Oft entpuppen sich diese Sachen dann schnell als Fehlkäufe. Bereits beim Kauf haben sie einen geringeren Wert für uns, weil sie ja so billig waren. Da unser Herz nicht so sehr an ihnen hängt, sind wir auch bereit, sie schnell wieder zu entsorgen und befinden uns dann mitten in der Fastfashion-Tretmühle. Greife bei Schnäppchen nur zu, wenn dein Herz auch wirklich an dem Stück hängt. Der Preis sollte bei deiner Entscheidung immer nachrangig sein. An erster Stelle stehst du. Wenn du weniger kaufst, musst du auch nicht mehr so sehr auf Angebote achten.

Tipp 10 – Widerstehe Impulskäufen

Nimm dir Zeit beim Kaufen. Hinterfrage jedes Kleidungsstück, dass du dir kaufen willst, danach, ob du es wirklich brauchst. So vermeidest du Impulskäufe. Denn oft kaufen wir uns die Sachen nicht, weil wir sie brauchen, sondern weil sie gerade billig sind, weil es uns schlecht geht oder aus anderen Gründen. Kaufen an sich ist eine sehr emotionale Angelegenheit. Wenn du den Kauf hinterfragst, ziehst du deinen Verstand zurate. Kaufe nicht sofort, sondern warte einpaar Tage. Meistens legt sich der Wunsch dann wieder wie von selbst. Mehr darüber erfährst du in meinem Beitrag Bye Bye Konsumwunsch.

Was tust du, um Fehlkäufe zu vermeiden? Schreibe mir doch gern einen Kommentar!

 

 

 

 

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7 thoughts on “10 Tipps, wie du Fehlkäufe vermeidest

  1. Ich stimme dir größenteils zu, nur das mit den Doppelkäufen ist Typsache. Bei Kleidung kaufe ich gerne Sachen doppelt oder mehrfach. Gerade das ist für mich Teil meines Minimalismuses. Ich trage die Sachen dann auch, mittlerweile kenne ich meinen Stil so gut, das es kaum noch Fehlkäufe gibt.

    1. Liebe Nanne, danke für deinen Hinweis. Da stimme ich dir voll zu. Im minimalistischen Sinne können Doppelkäufe auch sehr sinnvoll sein. Liebe Grüße Huong

  2. Deine Tipps finde ich alle sehr gut. Ich habe außerdem den Rat von Pia Mesters Buch befolgt, und einen Monat lang ein Kleidungstagebuch geführt. Darin habe ich notiert, was ich anziehe und wie ich mich darin fühle. Dadurch ist mir auch klar geworden, welche Farben und Schnitte ich am liebsten trage. Zum Beispiel: Dunkelblaue Hosen mit geraden Bein.

  3. Hallo liebe Huong,

    ich lese jeden einzelnen Beitrag von dir und fast täglich schaue ich auf dein Blog und warte sehnlichst auf deinen nächsten Beitrag.

    Ich gehe in meinem Berg von Kleidung und Mänteln unter.
    Durch deine Seite lerne ich nun das minimalistische Leben kennen und versuche sie nunmehr umzusetzen.
    Meine Kaufaktivität zu reduzieren war das erste, was ich bis jetzt erfolgreich gemeistert habe.
    Dies habe ich geschafft, indem ich mich mit meinen Mädels nicht in der City getroffen habe, sondern bei mir zu Hause oder in einem Park zum Spazierengehen.
    Ja, it works!

    Nun steht meine Mission „Kleiderschrank“ an. ich habe viel zu viel, was ich loswerden möchte, aber wovon ich nicht loskomme.
    Da muss ich mir noch etwas überlegen…

    Liebe Grüße
    Blume

    1. Liebe Blume, danke für deinen Kommentar! Das freut mich wirklich sehr, zu lesen. Und ich bin natürlich sehr gespannt zu wissen, wie es bei dir weitergeht. Liebe Grüße zurück 🙂

  4. Ich kaufe nicht sofort. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, bleibt es erstmal im Laden. Frühestens 1 Std. später kaufe ich es. Gerne gehe ich dann auch bewusst, „ein paar Meter“ weiter oder gar nach Hause. Wenn es mir nach der Zeit immer noch im Kopf rumspukt und ich Willens bin, den Weg dahin nochmal zu laufen, dann soll es so sein.

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