Minimalismus-Benefit #1 – wer zufrieden ist, vergleicht sich weniger mit anderen

Jeder hat es schon einmal getan: sich mit anderen verglichen. Je nachdem wie der Vergleich ausfiel, ging es uns danach besser oder schlechter.

Doch wieso tun wir das?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Erfolg eine sehr große Rolle spielt. Diesen Erfolg bringen wir häufig zum Ausdruck mit dem was wir besitzen oder erreicht haben: Geld, Immobilien, Kleidung, Autos oder den Beruf. Um zu wissen, wie erfolgreich wir sind, vergleichen wir uns mit anderen, zum Beispiel mit Kollegen. Schneiden wir im Vergleich besser ab, fühlen wir uns gut. Schneiden wir schlechter ab, geht es uns schlecht. Lassen wir uns zu sehr davon mitreißen, geraten wir in einen ständigen Wettbewerb, in dem es immer um M E H R geht.

Mehr Karriere

Mehr Schönheit

Mehr Geld

Mehr Anerkennung

Mehr Luxus

Mehr Gewinn

… und noch viel M E H R!

Um darin zu bestehen, müssen wir viel investieren. Unser hart verdientes Geld geben wir für Konsumgüter aus, um unseren Erfolg zu demonstrieren. Wir arbeiten länger und haben weniger Zeit für Dinge, die uns Freude bereiten, wie zum Beispiel Familie und Hobbys. Manchmal leidet auch unsere Gesundheit darunter, zum Beispiel wenn wir uns bis zum Burnout verausgaben. Und es kostet viel Energie, stets das Beste besitzen zu wollen.

So kann es leicht passieren, dass wir vergessen unser Innerstes zu füllen und uns in unserem Streben nach M E H R trotzdem leer fühlen.

Der ständige Wettbewerb, der uns dazu treibt, die anderen stets im Blick zu haben und uns selbst zu noch mehr Leistung anzutreiben, macht auf Dauer müde und unzufrieden. Denn es wird immer jemanden geben der besser ist oder mehr hat.

Wer minimalistisch lebt, entzieht sich diesem Wettbewerb.

Minimalisten verlassen die Überholspur und schalten einen Gang runter. Wer weniger besitzt und konsumiert, schätzt das was er hat und ist zufriedener. So streben Minimalisten daher nicht nach M E H R und müssen sich auch nicht ständig beweisen. Daher vergleichen sie sich weniger mit anderen.

Es ist einfach egal, was andere besitzen und was sie erreicht haben.

Diese wertvolle Erkenntnis habe ich, seitdem ich minimalistischer lebe, selbst erfahren. So bin ich viel zufriedener mit mir und dem was ich habe. Ich setze mich selbst nicht mehr so unter Druck, mit anderen mithalten zu müssen.

Weniger zu haben bedeutet nicht, weniger Wert zu sein.

Im Gegenteil, ich fühle mich reicher und schätze mich selbst mehr als je zuvor. Das zu erfahren, war für mich sehr entlastend. So sind mir Erfolg, teure Konsumgüter oder andere Statussymbole nicht mehr so wichtig wie früher.

Das Wort Karriere hat für mich zum Beispiel stark an Bedeutung verloren. Ich schreibe gern und bin froh, dass ich den passenden Beruf dazu gefunden habe. Dann ist es egal, ob ich demnächst eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklimmen kann oder ob mich jemand anderes überholt.

Ich kaufe nur noch sehr wenig dekorative Konsumgüter wie Kleidung oder Kosmetik, nur um noch besser auszusehen. Erstens habe ich bereits genug und zweitens bin ich zufrieden mit mir selbst. Denn ich habe mich angenommen wie ich bin: nicht perfekt aber ich kann mich mittlerweile ganz gut leiden. So geht es mir weniger darum, im Vergleich mit anderen besser auszusehen, sondern einfach nur, mir selbst zu gefallen.

Gleiches gilt auch für andere Konsumgüter. Mein Leben ist viel stressfreier. Ich verspüre den Drang nach M E H R immer weniger. Und das ist ein schönes Gefühl! Auch im Umgang mit anderen bin ich viel entspannter. Ich kann mich ehrlich mit ihnen über ihren Erfolg und dem was sie haben freuen.

Seit ich minimalistischer lebe, weiß ich was mir im Leben wichtig ist. Das allein zählt. Der einzige Maßstab der bleibt, um nach M E H R zu streben ist meine eigene Zufriedenheitsskala.

Wie sind deine Erfahrungen? Hast du auch schon einmal das Gefühl gehabt, dich mit anderen vergleichen zu müssen? Wie hast du dich dabei gefühlt? Und wie hat sich dies bei dir mit deinem minimalistischen Lebensstil verändert?

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