Bye Bye Konsumwunsch

Neulich traf ich eine Bekannte. Sie trug ein wunderschönes neues Kleid. Es gefiel mir so dermaßen gut, dass ich es unbedingt auch haben wollte.

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Ein neuer Wunsch war geboren. Ich sprach ihr sogleich ein Lob für das wunderschöne Kleid aus, fragte wo sie es gekauft hatte und wie teuer es war. Sogleich stöberte ich in dem großen Onlineshop, den sie mir nannte und setzte das Kleid auf meine Wunschliste.

Aber ich kaufte es mir nicht.

Und ja, es fühlte sich in dem Moment eher wie Verzicht an, statt wie ein zufriedenstellendes minimalistisches Leben. Seit längerer Zeit habe ich mir schon keine neue Kleidung mehr gekauft. Einfach aus dem Grund, weil es nicht notwendig war. Da ich von Zuhause aus arbeite, bin ich keinem Dresscode unterstellt. Theoretisch könnte ich auch direkt im Schlafanzug arbeiten – was ich natürlich nicht mache. Das, was ich habe, reicht also vollkommen aus.

Eigentlich, würde man meinen, das ich mir das Kleid doch ruhig hätte gönnen können. Aber so leicht fällt mir das nicht mehr. Ich habe erstens richtig gute Erfahrungen damit gemacht, mit dem auszukommen, was ich bereits habe – und das sogar ziemlich gut. Es fühlt sich einfach richtig an. Und das will ich nicht unterbrechen für ein Kleid, das ich nicht wirklich brauche.

Zweitens gefällt mir die Vorstellung nicht, dass das Kleid mit der Zeit ganz selbstverständlich wie all meine anderen Sachen in meinem Kleiderschrank hängt. Viele Dinge, nach denen wir uns anfänglich so gesehnt haben, verlieren an Wert, wenn wir sie besitzen. Und wenn sich herausstellt, dass wir sie nicht wirklich brauchen, können sie sogar anfangen, uns zu belasten, weil sie uns überdrüssig geworden sind. Diese Vorstellung hat mich zumindest immer abgeschreckt. Und das Wunschobjekt hat schnell seinen Reiz verloren.

Drittens – und das ist der wichtigste Grund – möchte ich mein Geld nicht für Dinge ausgeben, die ich nicht brauche. Das würde nämlich bedeuten, dass ich weniger Geld für meine eigentlichen Lebensziele zur Verfügung habe. Und darum geht es beim Minimalismus: sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.

Und diese Gründe halten mich davon ab, solchen Impulskäufen zu widerstehen. Das Kleid finde ich nach wie vor wunderschön. Aber ich brauche es einfach nicht. Der Wunsch ist ziemlich schnell abgeklungen. Mittlerweile fühlt es sich auch nicht mehr wie Verzicht an. Ich bin erleichtert, dass ich es mir nicht gekauft habe.

Was sonst noch gegen spontane Konsumwünsche hilft

1. Brauche ich das wirklich?

Kaufimpulse sind etwas sehr emotionales. Wenn du dir diese Frage stellst, ziehst du auch deinen Verstand zurate. Das ist sehr hilfreich, weil du den Kauf besser überdenkst und deinem Kaufimpuls nicht so schnell nachgibst. Die Frage ist vor jedem Kauf also obligatorisch.

2. Abwarten.

Manchmal will man aber nicht auf seinen Verstand hören. Dann würde ich einfach abwarten. Setze das Objekt deiner Begierde auf die Wunschliste. Manchmal verfliegen Wünsche genauso schnell wie sie gekommen sind. Es ist tatsächlich so. Ich habe es ausprobiert. Sportankäufe stellen sich am Häufigsten als Fehlgriff heraus, weil sie eben nicht gut durchdacht sind.

3. Kaufdiät

Mache doch mal eine Kaufdiät und versuche eine Zeit lang mit dem auszukommen, was du hast. Mir ist dadurch erst bewusst geworden, wie viel ich habe und dass das eigentlich auch noch viel zu viel ist. Das ist sehr überzeugend für den Fall, das mal wieder ein neuer Wunsch entsteht.

 

Wie gehst du mit spontanen Kaufimpulsen um? Ich freue mich über jeden Tipp!

 

 

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2 thoughts on “Bye Bye Konsumwunsch

  1. Meistens sind die Kleider, die andere Frauen tragen, nichts für meine Figur. Deswegen kann ich sie problemlos bewundern und loben. Ich brauche entweder eine andere Farbe oder einen anderen Schnitt.
    Vor fünf Jahren habe ich für jedes neue Teil mindestens zwei alte entsorgt. Damit entrümpelt sich der Kleiderberg leichter und schneller.
    Wie wäre es mit selbergemacht? Einen Pullover zu stricken, ein Kleid zu nähen – das ist Meditation und Freude.
    Mein Lieblingstipp, der nachhaltig die Kauflust senkt: Die Neuerwerbung hängt so am Kleiderschrank, dass sie mich morgens und abends erfreut.

    1. Hallo Christine, selber machen finde ich auch toll. Trotzdem hätte ich den Impuls verspürt, das Kleid haben zu wollen. Aber zum Glück verfliegen Wünsche manchmal so schnell wie sie gekommen sind :-) Liebe Grüße

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