Zahnbürstenhalter – die Minimallösung für dein Bad

Zeit sparen – aufhängen statt ablegen

Für jemanden wie ich, der Putzen und Aufräumen als Lebenszeitverschwendung betrachtet – und ich glaube dass ich mit dieser Auffassung nicht alleine stehe – ist jeder Tipp willkommen, der mir diese Arbeit erleichtert. Ich gestehe, dass ich nahezu süchtig bin, meine Hausarbeit so zeiteffizient wie möglich zu erledigen, weil ich einfach keine Lust darauf habe.

Seit ich minimalistisch lebe versuche ich, alle Flächen in meiner Wohnung so gut es geht, frei zu halten: Küchenarbeitsplatte, Esstisch, Couchtisch, Boden, Fensterbank. So spare ich tatsächlich eine Menge Zeit beim Putzen weil ich nichts mehr wegräumen muss. Und es sieht optisch gleich viel ordentlicher aus, selbst wenn die Wohnung nicht wirklich blitzblank sauber ist.

Was mich dennoch unnötig Zeit kostete war der Becher für unsere Zahnbürsten. Ich musste ihn jedesmal wegstellen wenn ich das Waschbecken saubermachen wollte, er hinterließ Abdrücke und ich musste ihn selbst auch noch zusätzlich reinigen, da sich ständig  Wasser darin sammelte. Trotzdem sah er nach einigen Tagen wieder aus wie vorher.

Eine andere Lösung musste her

Mach es doch einfach wie die Shaker fiel mir irgendwann ein. Erstmals erfuhr ich von ihnen aus dem Buch Simplify your life von Werner Tiki Küstenmacher. Die Shaker sind eine religiöse Gemeinschaft in den USA, die all ihre Gegenstände an die Wand hängen – sogar ihre Stühle, nachdem sie sie benutzt haben. Diese Praxis geht auf ihre Überzeugung zurück, dass Gott nur an reinen Orten verweilt. Aufgrund ihrer einfachen Lebensweise besaßen die Shaker nur Gegenstände, die sie wirklich brauchten und sie stellten qualitativ hochwertige Möbel her, die vollkommen auf ihre Funktion bedacht und daher minimalistisch in ihrem Design waren. Bis heute haben diese Möbel Kultstatus.

Zwar würde ich nicht soweit gehen und meine Stühle an die Wand hängen. Aber ich habe mich dennoch davon inspirieren lassen. Warum nicht also auch unsere Zahnbürsten an der Wand anbringen? Gesagt, getan: Ich durchforstete das Internet nach Zahnbürstenhaltern.

Bei einem großen Onlineversandhandel wurde ich zwar fündig, doch ich fand überwiegend nur bunte Zahnbürstenhalter aus Plastik, die mit einem Saughalter an der Wand befestigt werden. Erstens ist mir Plastik nicht besonders sympathisch und zweitens habe ich keine guten Erfahrungen mit Saughaltern gemacht, weil sie nach einiger Zeit nicht mehr haften. Mir dann einfach wieder neue zu kaufen, entspricht nicht meiner minimalistischen Lebensauffassung.

Schließlich habe ich bei DaWanda einen Zahnbürstenhalter gefunden, der genau meinen Vorstellungen entspricht. Er ist aus Edelstahl und wird mit einem Klebeband angebracht. Besonders gut gefällt mir das schlichte Design, das nur der Funktion folgt. Alles andere ist wirklich unnötig.

Zunächst hatte ich mich nicht getraut, dort zu suchen weil Handgemachtes berechtigterweise um einiges mehr kostet. Doch dieser Zahnbürstenhalter ist erstaunlicherweise erschwinglich. Also habe ich gleich einen für drei Zahnbürsten bestellt. Und ich bin mit dieser Minimallösung sehr zufrieden.

Foto: Timo Maskow

Jetzt muss ich außer unserer Seife nichts mehr wegräumen oder extra reinigen wenn ich unser Waschbecken wischen möchte. Den alten Zahnputzbecher habe ich wegminimalisiert. Und nun fühle mich wieder um einiges leichter und vor allem spare ich wertvolle Lebenszeit ein.

Rückblickend ist mir bewusst geworden, dass wir viele Dinge nutzen, weil wir es so gewohnt sind und sie nicht wirklich hinterfragen. Ein Zahnputzbecher gehörte für mich ganz selbstverständlich zum Bad wie unsere Haarbürste. Doch es lohnt sich, jeden Gegenstand nach seiner Brauchbarkeit zu hinterfragen und über Alternativen nachzudenken. Minimalismus beginnt für mich schon hier, denn jeder noch so kleine Schritt bringt dich näher an dein Ziel.

Hast du auch minimalistische Tipps, um Flächen in deiner Wohnung möglichst freizuhalten? Dann rein damit in die Kommentare. Ich freue mich über jeden Beitrag.

 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 

 

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8 thoughts on “Zahnbürstenhalter – die Minimallösung für dein Bad

  1. die Zahnbürstenhalter sind eine Klasse Idee. Ich habe von Anfang an in meinem Bad zwei Wandhalter für Zahnputzbecher mit Becher, deshalb nutze ich einen und in den anderen kommen Zahnbürsten…. Ist vielleicht nicht unbedingt minimalistisch aber alles ist aus dem Weg. Mit Becher benutzt man aber weniger Wasser, da man dann gar nicht so viel laufen lässt. Noch ein Tipp von mir: mich haben immer die Zahnpasttuben genervt, wenn sie langsam leer werden. Hier gibt es ein Teil, mit dem man die Tube dauerhaft aufrollen kann, man nutzt hier auf jeden Fall bis zum letzten Rest und die meiste Zeit ist die Tube viel leichter zu verstauen…. ist aber gewissermaßen wieder ein Ding mehr…..
    Was hältst du davon? Würde mich interessieren.
    Vielen Dank für die schönen Beiträge, ich lese diese sehr gerne – meist sehr erfrischend :-)

    1. Hallo Mini-T ich freue mich sehr über deinen Kommentar, weil es der erste ist zu diesem Beitrag und weil du das Minimalistische an der Sache erkannt hast :-) Deine Becher an der Wand ist immer noch besser als irgendwo rumstehen zu haben. Und stimmt, man verbraucht weniger Becher. Wir nutzen aber keine Becher, weil der Wasserverbrauch noch überschaubar ist und weil ich keine Lust hab, die Becher zu reinigen. Bereits nach einpaar Tagen finde ich dort Kalk- und Zahnpastareste.
      Kannst du mir ein Bild oder einen Link schicken zu dem Ding, womit du die Zahnpastatube rollst? Also aus dem ersten Impuls heraus würde ich sagen, dass man das nicht unbedingt braucht, aber ich will nicht so voreilig urteilen, bevor ich es nicht gesehen habe :-) Bin gespannt. Liebe Grüße, Huong

  2. Nein, unbedingt brauchen kann man nicht sagen… und es ist ein Ding mehr. Ich habe dieses Ding das erste Mal vor vielen Jahren bei meiner Oma entdeckt, die hatte ( damals noch Metalltuben) nicht mehr die Kraft diese vernünftig auszudrücken. Aber dieses Ding hat den Vorteil, dass es die Tube (jetzt die Plastiktuben, die sich immer wieder entrollen) auch handlicher macht. Ich hab das Ding in einer 1 Euro Schütte entdeckt aus Plastik – jahrelang nicht verwendet und beim Ausmisten begeistert wiederentdeckt! Das Teil gibt es auch in Edelstahl für ca. 15 Euro. Unter
    der Gugel-Suche: Tubenausdrücker Tubenpresse Tubenquetscher Tubenaufroller findest du viele Fotos…. ich weiß leider nicht wie ich hier ein Foto schicken kann :-(

    1. Danke, habe mal gegooglet und mir ein Bild davon machen können. Also wenn du das Gefühl hast, dass es dein Leben erleichtert, dann ist das super. Dann wird es immer wieder ein positives Gefühl in dir bewirken, wenn du es benutzt. Für mich persönlich wäre das nichts aber ich habe von vielen Minimalisten die Rückmeldung bekommen, dass der Zahnbüstenhalter überflüssig ist. Das was man braucht, weiß man nur selbst am Besten. Ich freu mich immer noch, dass ich mir den Zahnbüstenhalter gekauft habe :-)

    1. Hey sieht gut aus. Platzsparend und vor allem sparsam generell weil man alles von der Zahnpasta benutzt. So ganz abwegig finde ich das nicht mehr. Weiß nicht ob ich mir eines beschaffen würde, aber wenn ich eines hätte, dann würde ich es sicherlich nicht entrümpeln :-)

  3. Das ist ein wahres Wort und zum Glück darf jeder selbst entscheiden, was für einen selbst minimalistisch ist, bzw. praktisch. Deine Zahnbürstenhalter finde ich praktisch, da du keinen Becher hast. Bei mir ist der Becher automatisch der Halter. Diejenigen, die sagen das ist nicht minimalistisch, legen ihre Bürste aufs Waschbecken? Das ist minimalistisch aber nicht praktisch und verkompliziert das Putzen….
    Ich stehe ja auch erst am Anfang meiner Minimalisten-Laufbahn und weiß noch nicht wie weit ich diese Reise gehe, und ab wann bei mir ein Unbehagen auftritt. Ich werde auf jeden Fall deinen Blog weiterhin verfolgen und mich inspirieren lassen :-)

    1. Vielen Dank, das freut mich sehr. Es immer schön zu erfahren, wie andere Minimalismus empfinden und wie weit sie gehen. Daher finde ich den Austausch immer toll. :-)

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