Christmas Review 2015 – Minimalismus an Weihnachten lohnt sich

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so entspannte und schöne Weihnachten gehabt zu haben wie in diesem Jahr. Es stand ganz unter dem Motto Minimalismus. Und heute will ich euch erzählen, welche Auswirkungen dies auf uns hatte:

1. Konzentration auf das Wesentliche – keine Ablenkung durch Konsum

Konsum beginnt meist schon vor dem Weihnachtsfest, zum Beispiel durch den Weihnachtskalender. Oft gibt es hier schon Geschenke. Aber erhöht dies wirklich die Vorfreude auf Weihnachten? Und freut man sich dann an Heiligabend noch auf Geschenke?

Mit dem Weihnachtskalenderbaum haben wir uns vor allem Zeit geschenkt, in der wir uns durch basteln, backen, singen und vorlesen mit dem Weihnachtsfest befasst haben. So haben wir angesichts all der Konsumverlockungen nie aus den Augen verloren, worum es wirklich geht. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, nach dem Wesentlichen suchen zu müssen, weil es immer präsent war. Auch ohne viel Zeug waren wir in Weihnachtsstimmung und haben uns darauf gefreut.

2. Weniger Geschenke – weniger Konsum-Weihnachtsstress

Geschenke haben wir hauptsächlich auf die Kinder beschränkt. So mussten wir uns um viel weniger kümmern. Das spart Zeit, Geld und Energie und vor allem sind wir dadurch dem üblichen Konsum-Weihnachtsstress entkommen. Auch bei unserem kleinen Fräulein Wunderbar haben wir die Geschenke begrenzt. Sie hat zu einer Kleinigkeit noch Zubehör für einen Winterausflug bekommen. Auch sie war entspannter, weil die Geschenke überschaubar waren. Sie musste sich nicht entscheiden, womit sie zuerst spielen sollte, sondern konnte gleich loslegen.

3. Finanzieller Rahmen – sich dabei nicht zu übernehmen ist sehr entlastend

Wir haben uns einen finanziellen Rahmen für die Geschenke gesteckt, den wir für angemessen halten und dies auch kommuniziert. Dann müssen sich die anderen diese Frage auch nicht mehr stellen, wenn sie uns beschenken. So haben wir finanziell den Überblick behalten, sodass das Ganze nicht ausgeartet ist. Auch das hat uns sehr entlastet.

4. Bewusst schenken – man verschenkt einfach keinen Müll mehr

Wir haben uns gegenseitig mitgeteilt, was sich jeder wünscht. So ist die Freude beim Schenken größer, weil man weiß, dass es etwas ist, was der andere auch wirklich haben will. Vor allem vermeide ich so Geschenke, die andere belasten, weil sie sie nicht brauchen. Indirekt belastet es dann auch mich, weil ich genau weiß, dass ich sinnlos Geld ausgegeben und Ressourcen beansprucht habe. Die Schenksituation ist dann auch einfach nicht mehr schön.

Natürlich kann man nicht immer wissen oder in Erfahrung bringen, was der andere haben will. Das ist meistens der Fall, wenn man sich nicht so nahe steht. Dann verschenke ich meistens Verbrauchsgüter wie Tee oder Feinkost. Das kann im Zweifelsfall gern als Gastgeschenk weiter verschenkt werden.

3. Wenig Weihnachtsdeko – weniger Müll, mehr Zeit und Platz

Als Weihnachtsdeko hat uns der selbst gemachte Weihnachtskalenderbaum vollkommen gereicht. So mussten wir uns nicht um einen Weihnachtsbaum kümmern, extra Deko dafür kaufen, schmücken und später alles wieder wegräumen. Trotzdem hatten wir es weihnachtlich schön zuhause.

5. Kein Geschenkpapier – weniger Müll und ein gutes Gewissen

Dieses Jahr haben wir bewusst auf Geschenkpapier verzichtet. Statt dessen haben wir einfach selbst gemalte Bilder benutzt. Auch dabei konnten wir uns den Weg ins Geschäft sparen. Ich musste mir nicht darüber Gedanken machen, ob noch genug da war. Und ich habe einfach ein besseres Gefühl dabei, weniger Müll zu produzieren. Das werden wir ab jetzt so beibehalten.

6. Geschenke weiter verschenken – so musst du kein Neues mehr kaufen

Ja, ich gebe es ganz offen zu: Ich verschenke Geschenke weiter, die wir nicht brauchen. Aber nur unter der Bedingung, das sich der andere auch wirklich darüber freuen würde. Das finde ich überhaupt nicht verwerflich, sondern eine gute Art mit unserem Überfluss umzugehen. Du vermeidest so, unbrauchbare Dinge bei dir zu horten, die dich belasten und machst statt dessen einem anderen eine Freude damit. Und du musst kein neues Geschenk mehr kaufen.

7. Keine sozialen Verpflichtungen – mit den Liebsten ist es einfach am Schönsten

Dieses Jahr haben wir auch ganz bewusst entschieden, die Weihnachtstage nur mit den Liebsten  zu verbringen. Das sind Menschen, bei denen wir einfach so sein dürfen wie wir sind. Auch das ist entspannend. Einladungen, bei denen wir uns sozial dazu verpflichtet fühlten, haben wir einfach abgesagt.

Natürlich eckt man damit ziemlich an, aber es ist sehr kräftezehrend, wenn man Zeit mit jemandem verbringt, obwohl man es nicht will. Rückblickend ist es uns damit sehr gut ergangen, weil wir uns unliebsame Begegnungen erspart haben und mehr freie Tage für uns hatten. Ich denke, auch den anderen tut man damit letztendlich einen Gefallen.

Minimalismus an Weihnachten lohnt sich definitiv

Minimalismus an Weihnachten hat sich für uns absolut gelohnt. Wir werden es im nächsten Jahr genauso machen. Es ist entspannter, inniger und auch ruhiger, wenn sich die Gedanken und später auch das Fest selbst nicht um materielle Dinge drehen. Die wichtigste Erfahrung, die ich dabei gemacht habe ist, dass wir alle die Weihnachtstage nach unseren eigenen Wertvorstellungen mitgestalten können, sodass wir am Ende zufrieden darauf zurück blicken. Und das ist sehr befreiend.

In welcher Form hast du dein Weihnachtsfest minimalistisch gefeiert? Und was hat dies in dir bewirkt? Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

 

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