Ein kleines Häuschen am Meer – viel Seele, wenig Stress

Ich habe Stress. Schuld daran ist ein weiteres Projekt, das ich gleichzeitig liebe und hasse. Denn einerseits macht es mir großen Spaß und fordert mich und andererseits bedeutet es, für einpaar Monate Arbeit am Wochenende, an Abenden und im Morgengrauen wenn andere noch schlafen. 

Einfach ans Meer fahren

Inmitten dieser Stressphase platz der Anti-Minimalist mit einem verlockenden Vorschlag, für einpaar Tage ans Meer zu fahren. Er hat nämlich frei. Geht nicht, kann nicht, habe keine Zeit sind meine ersten Gedanken. Doch als ich das kleine blaue Häuschen auf den Bildern erblicke, bin ich hin und weg. Es liegt direkt am Meer an der niederländischen Nordsee in einem kleinen Ort Namens Ostmahoon. Nie gehört und ich kann auch nicht sagen warum, aber irgendwie hat mich das Häuschen berührt.

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Ungebunden und frei

Ich fange ernsthaft an, darüber nachzudenken. Als freiberufliche Redakteurin bin ich sowieso nicht an einen Ort gebunden. Es wäre doch schade, diese Freiheit nicht zu nutzen. Und der Gedanke, für einpaar Tage die Aussicht auf das Meer zu genießen klingt einfach zu verlockend. Also sage ich dem Anti-Minimalisten zu, unter der Bedingung, dass ich mich zum Arbeiten für einpaar Stunden ausklinken kann. Er ist einverstanden, denn im Gegensatz zu mir, ist er gern in Gesellschaft.

Von 100 auf 0

Während der Fahrt spüre ich eine innere Unruhe. Ich frage ich mich, ob ich auch nichts vergessen habe. Irgendwie waren die Reisevorbereitungen doch stressiger als erwartet. Zudem muss ich laufend an die Arbeit denken. Es fällt mir schwer, einfach mal nichts zu tun. Schließlich höre ich Minimalismus Podcasts von Daniel und Michael, um mich abzulenken. Wann immer der Anti-Minimalist mich dabei unterbricht, reagiere ich gereizt. Kurz: ich bin unausstehlich.

Aber es wird besser, je ländlicher die Gegend wird. Schließlich fahren wir an Kühen, Pferden und roten Backsteinhäusern vorbei. Das hat irgendwie eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Nach 3 Stunden sind wir da. Es ist alles tatsächlich so wie auf den Bildern.

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Das kleine Stelzenhäuschen ist ca. 80 qm groß. Die untere Ebene zum Essen, Kochen und Zusammensein ist offen gestaltet, während sich in der oberen Etage drei kleine Schlafräume befinden. Die Raumaufteilung ist perfekt: viel Platz zum Leben mit kleinen, ruhigen Rückzugsorten.

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In letzter Zeit habe ich ein Faible für kleine Ferienhäuser entwickelt. Denn auch ich überlege meinen Wohnraum zu verändern. Sich für eine kurze Zeit in anderen Wohnräumen aufzuhalten gibt einem ein ganz gutes Gefühl für die eigenen Wohnbedürfnisse. Das Schönste aber an diesem Ort ist der Blick nach draußen. Ich kann nicht anders, als ständig auf das Meer zu blicken.

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Langsam kehrt Ruhe in mir ein. Ich bin froh, dass wir die Reise gemacht haben. An diesem Abend beschließe ich, seit längerer Zeit mal nicht zu arbeiten und statt dessen ein Buch zu lesen. Schon seit längerer Zeit habe ich mir vorgenommen das Buch „Die Entdeckung der Schlichtheit“* von Daniel zu lesen. In diesem Buch hat er viele seiner Blogbeiträge zusammengefasst. Und es ist schön, die neue Leere in mir mit seinen Gedanken zu füllen, was mir viele neue Impulse gibt.

Reduktion von Optionen

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Auch die nächsten Tage verlaufen ruhig. Wir frühstücken ausgedehnt, genießen den Ausblick auf das Meer und schweigen. Ich bin ganz selig. Auch unsere Spaziergänge am Ufer entlang haben die gleiche Wirkung. Es ist tatsächlich das Meer, das mich total runterbringt und Stress reduziert.

Aber auch die Optionen, die sich stark dezimiert haben, seit wir hier sind. Hier gibt es so gut wie keine Ausgeh- oder Sightseeingmöglichkeiten. Tatsächlich arbeite ich auch weniger, da ich mich für diese Tage ausschließlich auf ein einziges Projekt konzentriere. Dabei genieße ich den wunderschönen Ausblick.

Und das wir unsere Handy Ladegeräte vergessen haben, erweist sich auch als positiv, denn wir benutzten sie seltener. Weniger Dinge, weniger Optionen, weniger Verpflichtungen – eine seelische Wohltat.

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Ich habe mich jedenfalls richtig in dieses kleine Örtchen und das Haus verliebt. Vor allem ist es nicht sehr weit, sodass wir uns vornehmen, wieder hierher zu kommen, wenn uns mal wieder danach ist. Und je nach Saison ist es sogar bezahlbar. Wenn auch du dich in deinem Alltag mal nach einem ruhigen Ort sehnst, an dem du runter kommen kannst, dann schau mal hier

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