Reisen mit leichtem Gepäck

Als ich neulich Bilder von meinem Rucksack auf Instagram postete, fragte mich eine Leserin, wie ich das eigentlich mache mit dem leichten Gepäck. Ich sollte doch mal einen Beitrag darüber schreiben. Es würde sie brennend interessieren. Gesagt getan. Et Voila!

Einfach reisen mit leichtem Gepäck

Ich bin in den letzten Jahren auf den Geschmack gekommen, mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Das gilt sowohl für längere Reisen als auch für Kurztrips oder wenn ich mal für ein paar Tage beruflich unterwegs bin. Das hat viele Vorteile. Denn mein Gepäck belastet mich nicht. Es ist weder groß, noch sperrig oder schwer. So kann ich mich in Ruhe orientieren und bin weniger gestresst. Es fordert weniger Aufmerksamkeit von mir. Ich muss es nirgendwo verstauen. Wenn ich mit Handgepäck reise, erspare ich mir das Warten in der Gepäckhalle.

10 Tipps für leichtes Gepäck

Willst auch du leichter Reisen, dann  habe ich hier einpaar Tipps für dich:

 1) Packe nur ein, was du wirklich brauchst

Das klingt natürlich sehr simpel. Doch wie oft packen wir Dinge ein, die wir brauchen könnten, anstatt Dinge, die wir wirklich brauchen? Das ist ein Unterschied. Ich habe früher zum Beispiel so gepackt, um für alle Optionen gerüstet zu sein. Letztendlich führte das aber immer dazu, dass ich zu viel Ballast mit mir herumtrug und auf der Rückreise meine Tasche nicht schließen konnte, weil ich auch noch shoppen war. Heute passiert mir das nicht mehr, denn ich stelle mir die folgenden Fragen, wenn ich packe:

  1. Wie wird das Wetter sein?
  2. Was unternehme ich dort?
  3. Was brauche ich dafür?

Ich treffe meine Auswahl also bereits beim Packen und stimme mein Gepäck genau auf meine Reise ab. So habe ich weniger und vor allem das Richtige dabei und habe vor Ort nicht die Qual der Wahl.

 2) Packe nach dem Zwiebelprinzip

Ich packe immer nach dem Zwiebelprinzip. Dafür bevorzuge ich dünne und bequeme Kleidung, die ich ich in mehreren Schichten übereinander trage, wenn es kalt ist. Und wenn es warm ist, lasse ich einfach einige Schichten weg. Sehr vorteilhaft ist dies bei wechselhaften Temperaturen oder bei Reisen durch mehrere Klimazonen. Das mache ich jetzt übrigens auch in meinem Alltag so. Ich habe nur noch vereinzelte Winter- oder Sommersachen. Alles andere trage ich das ganze Jahr über. So muss ich meinen Kleiderschrank nicht mehr der Jahreszeit anpassen. Abgesehen davon habe ich keinen Kleiderschrank mehr, aber dazu in einem neuen Blogpost mehr.

3) Kombiniere deine Kleidung

Nimm Kleidung mit, die sich gut miteinander kombinieren lässt. So kannst du mit wenigen Teilen mehrere Outfits erstellen. Auch das erleichtert dein Gepäck. Und wenn du kein Problem damit hast, deine Kleidung öfters zu tragen, wird es noch leichter.

4) Nutze deine Kleidung multifunktional

Ich nutze Kleidung für verschiedene Anlässe. Zum Beispiel nehme ich auf Reisen nie einen Schlafanzug mit. Ein Top, Shorts oder eine Yogahose tun’s auch. Wer sagt denn, dass eine Yogahose nur zum Yoga da ist? Niemand außer unserer Werbeindustrie. Also können wir das getrost ignorieren. Andere Beispiele zur multifunktionalen Nutzung unserer Kleidung:

  • Im Notfall kann ein Bikini auch als Unterwäsche herhalten. Glaub mir, wenn du in einer atemberaubenden Landschaft unterwegs bist und tolle Sachen erlebst, ist das vollkommen egal.
  • Ein Baumwolltuch kann als Handtuch, Strandtuch und als Schal herhalten. Dir fällt sicher noch mehr ein.
  • Ein Turnbeutel kann für kleinere Ausflüge, für Wäsche oder andere Dinge genutzt werden. So brauche ich kein extra Daypack.

Wenn du deine Kleidung multifunktional nutzt, musst du auch weniger einpacken.

 5) Wasche unterwegs

Wenn ich länger reise, packe ich allerhöchstens nur für eine Woche. Ich wasche meine Sachen dann einfach unterwegs, zum Beispiel in Waschsalons oder per Handwäsche. Das klappt super. Du brauchst auch nicht extra Waschmittel mit dir herum tragen. Eine Handwaschtube funktioniert provisorisch auch für die Waschmaschine. Ich habe es in Kanada ausprobiert. Das hat super geklappt.

6) Packe platzsparend

Sicherlich habt ihr auch schon mal von Kompressionssäcken gehört, die Ordnung in euer Gepäck bringen und mehr Platz garantieren. Also ich habe damit nicht so gute Erfahrungen gemacht. Was ich mache, ist meine Sachen so in meinem Rucksack zu stopfen, dass kein Lüftchen mehr übrig bleibt. Besser ist natürlich falten, rollen und dann stopfen. Das, was ich öfters und in den ersten Tagen brauche, kommt nach oben, fertig. Da ich sowieso wenig dabei habe, brauche ich kein Ordnungssystem. Dicke und schwere Kleidung trage ich während der An- und Abreise am Körper.

7) Trenne dich am Ende von Dingen

Jeder kennt das: Am Ende der Reise haben wir immer zuviel dabei. Daher ist es gut, wenn du dein Gepäck noch einmal nach kaputten Sachen durchstöberst. Vielleicht hast du eine Hose auf deiner Reise so beansprucht, dass sie nicht mehr tragbar ist? Entlaste dein Gepäck und trenne dich davon. Gibt es auch etwas, was du nicht mehr brauchst, aber jemand anderes sich vor Ort darüber freuen würde? Dann verschenke es.

8) Was du vor Ort hast, musst du nicht einpacken

Es lohnt sich nachzufragen, was vor Ort bereits vorhanden ist: Handtücher, Bettwäsche …. So kannst du dein Gepäck darauf abstimmen und sparst wieder eine Menge Platz.

9) Wähle einen Rucksack, der zu dir passt

Ich bin grundsätzlich nur noch mit Rucksäcken unterwegs, sogar in meinem Alltag:

Der gute alte Jack Wolfskin

Für längere Reisen nutze ich einen 30 l Backpack von Jack Wolfskin. Den gibt es leider nicht mehr im Sortiment. Aber was mir passt, muss längst nicht auch dir passen. Daher mein Tipp für dich: Kaufe einen Rucksack, der zu deiner Körpergröße passt und entscheide dich für ein Volumen, das du auch tragen kannst. Das mag dir am Anfang sicherlich klein vorkommen, doch so triffst du eine ganz bewusste Auswahl beim Packen, sodass du gar nicht erst in Versuchung gerätst, zu viel mitzunehmen.

 

Handtasche Ade, Fjällraven Juchhe!

Wenn ich nur für einige Tage unterwegs bin, nutze ich meinen Rucksack von Fjällraven*. Ja ja ich weiß, Hipster Gehabe und so. Aber nein, ganz ehrlich: Ich habe so einige Rucksäcke im Alltag ausprobiert. Zuletzt war es einer mit ganz vielen Funktionen und Fächern, was mir am Ende aber zu viel war. Der Fjällraven begleitet mich nun schon seit einem Jahr und hat all meine unhandlichen Handtaschen ersetzt. Ich bin total zufrieden. Er hat ein großes Hauptfach, ein Vorderfach und ein Innenfach mit Sitzkissen, dass ich jedoch für mein Laptop nutze. Ich kann es selbst nicht glauben, aber ich komme mit dem Packvolumen gut drei bis vier Tage aus.

 

10) Mache dir keinen Stress

Immer wenn ich mir Sorgen darüber gemacht habe, dass ich doch zu wenig eingepackt haben könnte, hat mich der folgende Gedanke beruhigt: „Du bekommst alles, was dir fehlt auch vor Ort.“ Und das ist in den seltensten Fällen eingetreten.

Wenn die Glücksschwelle sich senkt, machen einen plötzlich die kleinsten Dinge glücklich.

Christina Thürmer

 

 

Hast auch du noch Tipps für leichtes Gepäck? Dann rein damit in die Kommentare.

 

Kleine Abhilfe gegen Fernweh

Hat dich bei diesen Zeilen auch das Fernweh gepackt und du kannst gerade nicht weg? Mir hat dieser wunderbare  Reisebericht von Christina Türmer: „Laufen, Essen, Schlafen. Eine Frau, drei Trails und 12700 Kilometer Wildnis“* die Stunden versüsst.

Hier findest du übrigens ein ganz tolles Interview mit ihr.

 

 

 

 

 

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4 thoughts on “Reisen mit leichtem Gepäck

  1. Echt tolle Tipps, vielen Dank.

    Selbst wenn man vor Ort nicht alles bekommen sollte, man kann schließlich auch andere Leute fragen die dort sind. Die meisten Menschen sind da sehr hilfsbereit.

    Viele Grüße aus dem verschneiten Taunusstein

    1. Danke liebe Kerstin. Das stimmt, andere Leute vor Ort zu fragen ist auch ein super Tipp! Daran hatte ich gar nicht gedacht. Also lieben Dank für deine Ergänzung 🙂

  2. Hey Huong,

    der Kånken ist auch mein Tagesrucksack geworden. Praktischerweise passt er sogar in meinen Reiserucksack, ohne zusätzlichen Platz wegzunehmen, denn ich packe modular, verwende deshalb auch Packwürfel und der für meine Kleidung ist so groß, wie der Kånken.

    Privat würde ich womöglich sogar mit dem Tagesrucksack für eine ganze Woche und somit auch für mehrere Monate auskommen. Doch sobald ich unterwegs arbeite, kommt noch etwas Technik dazu und die nimmt mittlerweile den meisten Platz nebst Kleidung ein.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    1. Hi Phillip, bei mir ist es auch die Technik, die viel Platz wegnimmt. Wenn es nur die Kleidung wäre, würde der Kanken auch vollkommen ausreichen. Aber ich werde es auch mal ausprobieren, den Kanken in meinen großen Rucksack zu stecken. Das ist ein guter Tipp. Was mir auch so gut gefällt ist, dass er qualitätiv echt gut ist. Angeblich soll er ewig halten. Da bin ich gespannt. Selbst nach einem Jahr intensiver Nutzung sind die Drähte fest und die Tragriemen nicht ausgeleiert. Liebe Grüße Huong

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