„Das große Los“ – Was macht eine Minimalistin mit 500.000 EUR?

Ich habe das große Glück, nur 10 Gehminuten von der örtlichen Bibliothek zu wohnen. Mindestens einmal im Monat statte ich dieser einen Besuch ab. Ich mag Bibliotheken. Schon immer. Der Geruch von Büchern. Ihr Anblick. Die Schätze, die darin verborgen liegen. Ich kann sie alle ergründen. Was für ein Privileg. Während ich ziellos durch die Regale stöbere, entdecke ich ein in Vergessenheit geratenes Buch: Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr* von Meike Winnemuth. Ich nehme es sofort an mich und kann es kaum erwarten, zuhause zu sein und mit dem Lesen zu beginnen.

Wer will nicht 500.000 EUR gewinnen?

Der Titel an sich ist ja schon wahnsinnig anziehend. Wer will das nicht? 500.000 EUR gewinnen und dann einmal um die Welt reisen. Ich hätte es jedenfalls liebend gern auch so gemacht, anstatt das Geld für materielle Dinge zu verprassen, die bekanntlich nicht lange glücklich machen. Sicherlich hast du auch einige der Schicksalsgeschichten glücklicher Lottogewinner gelesen, die am Ende doch verarmt sind. Zum Glück gehen nicht alle Geschichten so aus, wie zum Beispiel diese hier von Meike Winnemuth.

In Erlebnisse investieren macht glücklich

Sie investierte ihr Geld in Erlebnisse, was nach Elizabeth Dunn und Michael Norton in ihrem Buch „Happy Money: So verwandeln Sie Ihr Geld in Glück”* eines von fünf Hauptprinzipien des glücklich machenden Geldes ist. Am Ende erweist sich, dass dies eine sehr Weise Entscheidung ist. Während Meike Winnemuth durch die Welt reist, arbeitet sie weiterhin als Kolumnistin für eine deutsche Zeitung, bloggt über ihre Erlebnisse und veröffentlicht 2013 anschließend ein Buch darüber, das ich jetzt fünf Jahre später in Händen halte und gespannt auf meiner Couch lese.

Ein Buch voller Lebensweisheiten

Ich mag Reiseberichte. Irgendwie bin ich dann weg, obwohl ich eigentlich da bin. Ich habe mich bei diesem Buch auf wunderbare Reiseberichte eingestellt, in denen ich die Sightseeing-Highlights eines Landes, garniert mit individuellen Eindrücken präsentiert bekomme. Doch es kam ganz anders.

Meike Winnemuth schreibt in jedem Land, in das sie monatlich reist, einen langen Brief an Freunde, Eltern, an ihr jüngeres Ich und verflossene Exfreunde. Die Weltreise an sich rückt bei ihren Erzählungen fast schon in den Hintergrund, denn sie schreibt vielmehr über sich und ihre persönliche Entwicklung, die diese Weltreise bewirkt und zwar so treffend in Worten, wie man es von einer Journalistin nur erwarten kann. Letztendlich fühle ich mich persönlich angesprochen, als hätte sie all die Briefe an mich adressiert.

Neben ihren Reiseerlebnissen, abseits aller touristischen Pfade und dem alltäglichen Leben in den jeweiligen Ländern, sind es ihre Lebensweisheiten, die sie während der Reise und rückblickend auf ihr Leben gewinnt, was das Buch von anderen Reiseberichten abhebt. Dadurch wird sie als Person zum Greifen nah.

Wusstest du dass Meike Winnemuth eine Minimalistin ist?

Ihre Erlebnisse und ihre Geschichten beeindrucken mich. Als ich das Buch beende google ich sie. Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ach die ist das denke ich. Genau. Es ist die mit dem blauen Kleid. Vielleicht hast du im Laufe deines Minimlistendaseins von dem Projekt: 1 Jahr 1 Kleid = 1 Experiment gelesen. Auf ihrem Blog www.daskleineblaue.de hat sie über ihre Erfahrungen geschrieben, wie es ist, täglich das gleiche blaue Kleid zu tragen. Meike Winnemuth ist also Minimalistin. Als sie zurückkehrt, zieht sie aus ihrer 200 qm Wohnung in Hamburg in eine kleine 1-Raum Wohnung mit 38 qm. Der Umzug? Ein Klacks. Das Leben? Mehr Freiheit.

„Wer weniger braucht, muss weniger Arbeiten“

Meike Winnemuth

Überraschend ist das nach so einer Reise nicht. 12 Monate lang hat sie aus einem Koffer gelebt, der nicht mehr als 22 Kg wog. Wer so lange mit so wenig bestens auskommt, kann doch nur zum Minimalist werden oder? Ihre Garderobe hat sie von einer Designerin entwerfen lassen. Es dominieren Blautöne. Übrigens ist das auch meine Lieblingsfarbe. Alle Stücke lassen sich miteinander kombinieren und sowohl für legere als auch für schickere Anlässe einsetzen. Ihr Ziel war es, während ihrer Reisen nicht als Touristin aufzufallen. Ich finde das toll. Das lässt sich doch auch super im Alltag umsetzen. Den ganzen Artikel findest du hier. Er ist sehr lesenswert.

Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr*| Meike Winnemuth

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Und schon ertappe ich mich dabei, es besitzen zu wollen. Gestern habe ich aber entdeckt, dass es das Buch auch als Ebook über die Onleihe unserer Stadtbibliothek gibt. Ich kann also jederzeit noch einmal eine ihrer Lebensweisheiten nachschlagen, wenn ich möchte. Das ist doch viel besser als besitzen oder?

 

 

Hast du das Buch auch gelesen? Vielleicht magst du mit mir darüber plaudern. Ich liebe Buchbesprechungen. Mehr darüber von mir findest du übrigens hier. Oder hast du einen Buchtipp für mich? Na dann rein damit in die Kommentare. Ich freue mich!

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4 thoughts on “„Das große Los“ – Was macht eine Minimalistin mit 500.000 EUR?

  1. Ich liebe das Buch, ich liebe Meike Winnemuth! Mir war sie erst nur durch ihre Kolumne im Stern bekannt und dann habe ich „Das große Los“ gelesen. Das war irgendwann Ende 2015 und das Buch hat mich tatsächlich zum Minimalismus geführt! Hach, ich muss es demnächst mal wieder lesen – natürlich geliehen aus der Bibliothek 😉
    Einen schönen Sonntag wünscht die
    Juli

    1. Liebe Juli, ich kannte noch nicht einmal die Kolumne. Aber mittlerweile lese ich sie auch. Ich werde das Buch sicher auch noch einmal in die Hand nehmen. Sie schreibt wirklich toll. Dir auch einen schönen Sonntag und danke für deinen Kommentar. Liebe grüße Huong

  2. Würde ich 500.00 Euro gewinnen, dann würde ich das Geld komplett spenden (natürlich unter sehr sorgfältiger Auswahl des Zwecks) oder einer Stiftung zuführen. Ich wundere mich immer, dass nicht mehr Menschen auf diesen Gedanken kommen. Hinter dem Minimalismus steckt doch auch der Gedanke, dass wir schon genug haben und nicht immer noch mehr brauchen, oder? Ich brauche nicht mehr Geld für mich – weder für Dinge noch für mehr Reisen, die natürlich wieder umweltschädlich sind. Mit 500.000 Euro könnte so viel Positives für andere Menschen bewegt werden…

    Liebe Grüße!
    Angelika

    1. Liebe Angelika das ist ein sehr schöner Gedanke. Ich glaube dass ich nur einen Teil spenden würde und mir den ein oder anderen Wunsch erfüllen würde oder einfach nur ein gutes Gefühl dabei hätte es zu haben um ein Stück dem Hamsterrad zu entfliehen. LienBe grüße Huong

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