Minimalismus Benefit # 2: Weniger von allem bedeutet mehr Zeit für Glück

 
Bestimmt hast du dir auch schon mal gewünscht, das der Tag mehr Stunden haben könnte. Dann hätte man viel mehr Zeit zur Verfügung, um noch mehr zu schaffen. Und man würde nicht so unter Druck stehen. Doch mehr Stunden am Tag werden uns nie vergönnt sein. Wahrscheinlich ist das aber auch ganz gut. Denn so müssen wir schauen, wie wir am besten mit unserer wertvollen Zeit haushalten.Eigentlich ist es auch nicht der Zeitmangel an sich, der uns unter Druck setzt.

Vielmehr fühlen wir uns gestresst und gehetzt wenn wir zu viel von unserer Zeit für Dinge oder Personen aufwenden, denen wir uns eigentlich gar nicht widmen wollen. Das kann zu viel Arbeit sein, sich mit Menschen abgeben, die wir nicht mögen, sich sozialem Druck zu beugen obwohl wir lieber etwas anderes tun würden oder ganz banale Dinge wie die Hausarbeit. Dann fühlen wir uns fremdbestimmt und sind unzufrieden, da wir nicht selbst darüber entscheiden, womit wir unsere Zeit verbringen. Mit den Worten „Keine Zeit“ meinen wir eigentlich, dass wir keine Zeit für uns selbst, Träume, Freunde, Hobbys oder Entspannung haben.

Selbst über seine Zeit verfügen zu können, bedeutet ein Stück Freiheit.

Deshalb heißt es auch FREIzeit. Dann bestimmen wir selbst über unsere Zeit, können in den Tag hinein leben und wenn wir keine Lust auf etwas haben, lassen wir es einfach. Es geht also nicht darum, mehr Zeit zu haben, sondern mehr Zeit für Dinge zu haben, die uns glücklich machen.

Wer sein Leben auf das Wichtigste reduziert, hat mehr Zeit für Glück.

Aufgrund meines ständigen Zeitmangels habe ich mich mit etlichen Zeitmanagement-Methoden befasst. Nicht, dass sie nicht hilfreich waren. Tatsächlich habe ich Zeit gespart, indem ich die wichtigsten Dinge zuerst erledigte. Noch heute richte ich mich danach, wenn ich viel zu tun habe. Doch zufriedener war ich nicht wirklich, da es überwiegend darum ging, möglichst viel in kurzer Zeit zu schaffen, um die gesparte Zeit dafür zu nutzen, noch mehr zu schaffen. Es blieb unterm Strich also nicht mehr Zeit für mich selbst übrig. Dies änderte sich jedoch, nachdem ich mich von vielen überflüssigen Dingen in meinem Leben trennte:

1. Weniger Besitz

Wer sich von Dingen trennt, die er nicht braucht, gewinnt viel Zeit für sich selbst. Denn er muss sich nicht um sie kümmern. Das kann zum Beispiel eine Pflanze sein, wenn man keinen grünen Daumen hat oder ein Haus, das viel zu groß ist.

Weniger unnützes Zeug bedeutet, …

  • weniger aufräumen, weil nichts mehr herumliegt. 
  • weniger suchen, weil man einen Überblick über seine Sachen hat.
  • nicht darüber nachdenken zu müssen wo man sein Zeug hinstellen soll.
  • überflüssige Dinge auch nicht wieder entsorgen zu müssen. 
  • weniger putzen, da Böden und Ablageflächen frei sind.

Nachdem ich mich von viel unnützem Zeug getrennt habe, brauche ich, um zum Beispiel unsere 88qm große Wohnung zu putzen, wöchentlich nun weniger als 45 Min. So habe ich die Zeit reduziert für Dinge, die ich ungern mache und mehr Zeit gewonnen für mich selbst und meine Lieben. Sich also mit etwas zu befassen, was du nicht magst oder brauchst, ist reine Zeitverschwendung. Vor allem wenn du dies in deiner FREIzeit erledigen musst. Trennst du dich von unnützem Zeug, hast du gleich viel mehr Zeit für dich, die du schöner gestalten kannst.Das Gute daran ist, sich von seinem Besitz zu trennen ist meiner Meinung nach der einfachste Schritt auf dem Weg zum Minimalismus, aber dennoch sehr effektiv. Schon schnell wirst du dich befreit fühlen von einer sinnlosen Verpflichtung, die unnütze Gegenstände an dich richten und vor allem mehr Zeit für dein Glück und deine Träume haben.

2. Weniger Konsum

Auch Konsum beansprucht wertvolle Zeit. Das fällt zunächst nicht so auf, da wir ja gern konsumieren und die Dinge die wir uns neu kaufen auch Glücksgefühle in uns auslösen. Bedenkt man aber wie viele Dinge wir uns ständig anschaffen, die wir nicht brauchen, wie schnell wir sie deshalb auch wieder entsorgen und wie viel Aufmerksamkeit sie einfordern, ist sinnloser Konsum reine Zeitverschwendung.

Achte einmal beim Entrümpeln darauf: Wie viele Kleidungsstücke hast du, die du nur selten oder nie getragen hast? Wie viele Dekorationsgegenstände verstauben mittlerweile? Oder wie viel Kosmetik besitzt du, die du gar nicht alle benutzt? Überlege dann wieviel Zeit du investiert hast, um sie zu kaufen. Da wir in unserer FREIzeit konsumieren, von der bekanntlich nie genug da ist, ist es viel zu schade, diese Zeit für etwas sinnloses zu verschwenden. Daher gibt es bei mir schon lange keine Shoppingtage mehr. Kleidung, Parfum, Kosmetik und vieles andere habe ich bereits genug. Meinen Konsum habe ich nur noch auf Dinge beschränkt, die ich wirklich brauche. Da das nicht viel ist, geht auch wenig Zeit dafür drauf. Die Zeit, die ich so dazu gewonnen habe, nutze ich dafür, mich persönlich weiterzuentwickeln, für Hobbys, meine Familie und Freunde.

3. Weniger Äußerlichkeiten

Auch unser Aussehen kostet Zeit. Das beginnt schon morgens mit der Frage was wir anziehen wollen. Dann nehmen uns diverse Kosmetikprodukte den ganzen Tag in Anspruch: Feuchtigkeitsfluid, Tagescreme, Augenserum, Make-up, Haarspray, Parfum, Shampoo, Spülung, Duschgel und und und. Hinzu kommen Besuche beim Sonnenstudio, Friseur oder Nagelstudio. Ich könnte noch viel mehr Produkte oder Dienstleistungen aufzählen, die uns glauben machen wollen, dass wir schlechter aussehen könnten wenn wir sie nicht benutzen.An sich ist nichts verkehrtes daran, gut aussehen zu wollen.

Doch man muss nicht so viel Zeit dafür aufwenden. Meinen Kleiderschrank habe ich auf wenige Lieblingsteile reduziert. Daher fühle ich mich jeden Tag gut angezogen und muss morgens auch nicht groß darüber nachdenken. Ich gehe nur einmal im Jahr zum Friseur. Meine Kosmetikprodukte habe ich auf Lieblingsfarben reduziert und für die Haar- und Körperpflege verwende ich nur noch Allepposeife. An meinem Äußeren hat sich trotzdem nichts verändert. Weder habe ich mehr Falten bekommen, noch trockene Haut oder brüchige Nägel oder stumpfes Haar. Im Gegenteil – ich fühle mich gut obwohl ich mir weniger Gedanken um mein Äußeres mache und weniger dafür tue. Ihr könnt euch also vorstellen wie viel Zeit ich dazu gewonnen habe.

4. Weniger Arbeit

Einen Vollzeitjob zu haben kann erfüllend sein wenn du vollkommen darin aufgehst. Wenn in deiner FREIzeit dann noch genug bleibt für Dinge die dir Spaß machen, ist das ideal. Ich kenne jedoch niemanden dem es so geht. Oft ist es so, dass wir im Beruf doch ziemlich fremdbestimmt sind und unter Leistungsdruck stehen. Dann sind 40h und mehr in der Woche doch viel Lebenszeit.

Wenn du jedoch nicht mehr so viel konsumierst, kannst du es dir leisten, weniger zu arbeiten oder eine Auszeit zu nehmen. Unmöglich, weil dein Arbeitgeber das nicht mitmacht? Dann überleg dir, etwas ganz anderes. Reduziere deinen Besitz, zieh in eine WG und gehe nebenbei Jobben. So hast du mehr Zeit und kannst dir überlegen, wie du dein Leben gestalten möchtest. 

Wer eine Familie hat, kann sich mit dem Partner absprechen. Ihr könnt euch abwechselnd verwirklichen. Mit einem minimalistischen Lebensstil kann man auch erst einmal von einem Gehalt leben. Nachdem wir nun eine kleine Familie geworden sind, habe ich lange überlegt, was ich beruflich machen möchte. Fest steht für mich, dass es keine Vollzeittätigkeit sein wird, da ich meine wertvolle Zeit für mein kleines Fräulein Wunderbar aufheben möchte. Deshalb habe ich beschlossen mich vollkommen dem Schreiben zu widmen. So mache ich etwas, das mir Spaß macht und mich weiterbringt. Und wenn es nicht klappt? Dann überlege ich mir einfach etwas anderes. Wer seine Arbeit reduziert, gewinnt am meisten an Lebenszeit.

4. Weniger Energievampire

Jeder kennt sie: Menschen, die einem so viel Energie und Zeit rauben, dass man sich eigentlich gar nicht mehr mit ihnen treffen will. Sie bereichern uns nicht, sondern zehren an uns. Und nachher ist man fix und fertig. Oft plagt uns jedoch ein schlechtes Gewissen, wenn wir auch mal nein sagen wollen. Doch das ist völlig unnötig. Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit Menschen zu befassen, die dir nicht gut tun, dich mit ihrer ständig schlechten Stimmung runterziehen, die du eigentlich nicht magst, die herumsticheln, dich verletzen und lieber nehmen statt geben. Dann ist es völlig in Ordnung an sich zu denken und die Zeit lieber mit Menschen zu verbringen, die einem wichtig sind und gut tun.Ich möchte mich in meiner FREIzeit, die sowieso knapp bemessen ist, auf die Person freuen mit der ich mich treffe. Ich möchte dieser Person gerne einen Gefallen tun. Und ich möchte mich gut fühlen nach dem Treffen. Reduzierung auf die wichtigsten Menschen.

6. Weniger Medienkonsum

Ich habe überhaupt nichts gegen Fernsehen. Es kann sogar ziemlich entspannend sein, sich Morgens bei einer Tasse Kaffee die Nachrichten anzuschauen. Viel Zeit raubt uns der Flimmerkasten jedoch wenn wir uns damit die Zeit vertreiben, zum Beispiel wenn wir wahllos herumzappen und doch nichts vernünftiges läuft. Bei Soaps, Serien und Reality Shows ist es besonders tückisch weil man ja wissen will wie es weitergeht. Und es nimmt sehr viel FREIzeit in Anspruch. Seit ich auch dies reduziert habe und nur noch ausgewählte Filme und Programme anschaue, habe ich mehr Zeit zum Schreiben. Und das fühlt sich sinnvoller an.

7. Weniger Entscheidungen

Wer sein Leben vereinfacht, muss weniger Entscheidungen treffen. Das spart eine Menge Zeit. Bei den vielen Möglichkeiten, die wir haben, unser Leben zu gestalten oder unter tausenden von Konsumartikeln auszuwählen, kann das viel Zeit in Anspruch nehmen. Denn man will die beste Entscheidung treffen. Und jeden Tag kommen neue Produkte auf den Markt. Und je mehr wir besitzen, setzt sich der Entscheidungszwang zu hause fort mit der Frage was wir anziehen wollen oder welche Farbe unser Make up heute haben soll. Wer sich zum Beispiel mit weniger begnügt und zum Beispiel unnötige Konsumentscheidungen weglässt, hat mehr Zeit zur Verfügung.

Was sind deine Träume?

Die Formel ist ganz einfach: Reduziere alles was du nicht magst oder brauchst, auf ein Minimum und verbringe deine Zeit mit Dingen die dir wichtig sind. Was sind das für Dinge? Frage dich selbst, woran du dich in deinem bisherigen Leben am Liebsten erinnerst? Deine Hobbys? Reisen? Das zusammensein mit bestimmten Menschen? Ich bin mir sicher, dass es keine materiellen Dinge sind. Dann frage dich was du tun würdest, wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest. Eine ganz einfache Frage aber sie hilft tatsächlich dabei, dir bewusst zu machen was dir wirklich wichtig ist im Leben.

Das Gefühl, wenig Zeit zu haben bleibt, aber das womit du deine Zeit füllst, ändert sich. Noch immer habe ich zum Beispiel das Gefühl wenig Zeit zu haben, aber ich bin zufriedener, weil ich genug Zeit für mein kleines Fräulein Wunderbar habe und weil ich einer Tätigkeit nachgehe, die mir sehr viel Freude bereitet, wie zum Beispiel dieser Blog hier. So empfinde ich meine Tätigkeit nicht als Stress sondern als Leidenschaft. Ich bin nicht gehetzt, sondern motiviert und kann es kaum erwarten mich wieder an den Schreibtisch zu setzen. Statt mich wie in einem Hamsterrad zu fühlen, habe ich das Gefühl, mein Leben nun aktiv selbst zu gestalten.Wenn du alles minimierst, was du nicht brauchst, hat du mehr Zeit für Glück. Verschiebe deine Träume also nicht auf später. Warte nicht darauf, dass sich eine gute Gelegenheit ergibt. Das wird nicht passieren. Tu es einfach jetzt wenn du es willst.

                                           














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2 thoughts on “Minimalismus Benefit # 2: Weniger von allem bedeutet mehr Zeit für Glück

  1. Danke für die tollen Anregungen. Sehr interessante Artikel hast du auf deinem Blog 🙂
    Habe nur keine Funktion zum „folgen“ gefunden – aber denke, dass das hier über das Häkchen unterm Kommentar dann funktioniert.

    1. Hallo Jondy vielen Dank. Das freut mich sehr. Du kannst mir gern auf Facebook folgen. Liebe Grüße, Huong

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