Minimalistische Denkanstöße #8 – Wie viele Mülleimer brauchst du eigentlich?

15 Jahre meines Lebens habe ich in WGs oder Mini-Appartments gelebt. Selbst hier habe ich mehrere Mülleimer besessen: einen im Bad, einen in der Küche und einen neben meinem Schreibtisch. Der Grund dafür war einfach meine Bequemlichkeit. Ich wollte, um meinen Müll wegzubringen, nicht unnötig weit gehen – ja, noch nicht einmal in einer 1-Raum-Wohnung.

 

Das Resultat war, dass der Papiermülleimer neben meinem Schreibtisch über Jahre halbvoll herum stand, weil sich nicht wirklich viel Papiermüll dafür ansammelte. Ich brauchte ihn eigentlich nicht. Genauso erging es mir im Bad. Auch dort sammelte sich nur wenig Müll an. Aus hygienischen Gründen musste ich ihn aber trotzdem regelmäßig entleeren, obwohl er nur halbvoll war. Das belastete mein ökologisches Gewissen ungemein. Der einzige Mülleimer, der eine wirkliche Daseinsberechtigung hatte, war der in meiner Küche.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Reduzieren unserer Mülleimer gemacht. Seit einpaar Jahren lebe ich nun in einer 3 1/2 Zimmer Wohnung. Wir hatten am Anfang sogar vier Mülleimer. Nun sind es nur noch zwei. Und demnächst reduzieren wir auf einen einzigen Mülleimer für die ganze Wohnung. Dann muss ich mich nur noch um diesen einen kümmern. Alle anderen machen nur mehr Arbeit, als dass sie mein Leben erleichtern:

  1. Erstens sind sie ein Sammelendpunkt für Schmutz und Staub. Ich muss sie beim reinigen meiner Wohnung beiseite stellen, damit ich den Boden wischen kann und ich muss sie selbst schließlich auch noch reinigen. Je weniger Dinge auf dem Boden herum stehen, desto einfacher und zeitsparender ist es, die Wohnung sauber zu halten.
  2. Zweitens muss ich, aufgrund der Größenunterschiede, sogar gesonderte Mülltüten kaufen, die dann auch noch meine Küchenschubladen vollstopfen. Ich spare also Zeit und Platz und wertvolle Ressourcen, wenn ich sie einfach weglasse.
  3. Und drittens ist vor allem das Entsorgen einfach nur lästig. Oder kennst du jemanden, der gerne den Müll rausbringt? Na siehste 😉

Insgesamt ist es wesentlich einfacher, nur wenige Mülleimer zu haben und deinen Müll dann einfach direkt dorthin zu bringen, als wenn du ihn erstmal in den anderen Mülleimern hortest. Denn um nichts anderes handelt es sich dabei. Diese Kleinigkeiten sind letztendlich die Dinge, die dich irgendwann in ihrer Summe belasten. Einfachheit beginnt für mich bereits in ganz kleinen Details.

Natürlich ist dies keine Aufforderung an dich, ebenfalls nur noch einen Mülleimer zu besitzen. Ich würde mich da gar nicht auf eine Zahl festlegen lassen. Denn wie viele Mülleimer du tatsächlich brauchst, kannst letztendlich nur du selbst wissen. Das hängt wohl auch davon ab, mit wie vielen Personen du lebst, in welchen Räumen am meisten Müll anfällt, auf wie vielen Etagen du lebst und auch wie groß deine Wohnung ist. Dieser minimalistische Denkanstoß soll lediglich eine Anregung sein. Denn für mich gehört zu einem minimalistischen Leben, weniger Aufwand im Haushalt unbedingt dazu, um mehr Zeit für wichtigere Dinge zu haben.

Falls dieser minimalistische Denkanstoß eine Inspiration für dich war, freue ich mich sehr. Natürlich interessiert es mich auch, wie du darüber denkst. Schreibe mir doch einfach einen Kommentar.

 

 

 

 

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7 thoughts on “Minimalistische Denkanstöße #8 – Wie viele Mülleimer brauchst du eigentlich?

  1. Hey Huong,

    ich weiß nicht.. ich habe einen Mülleimer in der Küche, dann noch den gelben Sack und im Bad steht ein kleiner Mülleimer. Papier bringe ich direkt in einen anderen Eimer außerhalb der Wohnung.

    Aber ganz ehrlich, wer will denn (von den Damen) mit seinem „Badmüll“ durch die Wohnung in die Küche laufen, evtl an anderen vorbei?
    Für den kleinen Mülleimer im Bad nutze ich übrigens einfach die Tüte vom Klopapier, da kaufe ich keine extra Beutel für.

    Liebe Grüße,
    Ronja

    1. Hi Ronja, gelben Sack haben wir natürlich auch. Wir benutzen einen Mülleimer mit zwei Kammern und Papier sammeln wir auch in der Küche aber nicht in einem Mülleimer. Dein Argument mit dem Badmüll kann ich natürlich nachvollziehen. Da ich jedoch eine Menstruationstasse verwende, auf Wattepads, Slipeinlagen und weitgehend auch auf Wattestäbchen verzichte, brauchen wir eigentlich keinen Mülleimer fürs Bad. Wir nutzen ihn nur noch für Windeln. Und diese Zeit ist auch bald vorbei.
      Aber ich habe auch so wie du oft die Tüten vom Klopapier wieder verwendet. Bin aber froh wenn wir den Mülleimer im Bad nicht mehr haben, weil ich den beim Wischen nicht mehr wegstellen muss und selbst auch nicht mehr reinigen muss. Es sieht auch so schön leer aus ohne 🙂 Wenn du das Gefühl hast, deine Mülleimer zu brauchen, ist das absolut ok. So viele hast du ja auch nicht. Liebe Grüße, Huong

  2. Hallo Huong, bei mir ist der Badmüll als einziger Restmülleimer übriggeblieben. Restmüll ist bei mir sehr gering, mal Kerzenreste oder sowas. Die kann man prima ins Bad tragen und ich mag den Badeimer, weil er so klein ist. Vor dem Leeren kommt das Katzenklo mit drauf und somit kommt alles was regelmäßig weg muss in einem Beutelchen zum Mülleimer. In der Küche steht ausser dem gelben Sack noch eine mit Zeitungspapier ausgelegte Blech-Schüssel, in das Papier wird der Biomüll eingeschlagen und so zur Tonne gebracht. Schüssel finde ich besser als Bioeimer, die kann man schnell mitspülen. Habe deinen Blog erst heute entdeckt und ich denke, ich werde hier öfter verweilen 🙂 Im Laufe des letzten Jahres habe ich den Minimalismus für mich entdeckt und mich auf den Weg gemacht.
    Herzliche Grüße Petra

    1. Liebe Petra, dann bist du wirklich weit fortgeschritten, wenn du kaum Restmüll hast. Weniger Müll, weniger Arbeit 🙂 Wenn wir auch mal soweit sind, dann überlege ich mir das mal mit der Schüssel. Die Idee finde ich wirklich gut. Freue mich sehr, dass du noch öfters vorbeischauen willst. Bekomme immer sehr schöne Anregungen von Lesern. Liebe Grüße, Huong

  3. Liebe Huong, bei mir ist es der Inhalt des gelben Sackes, der sehr reduzierungsbedürftig ist.
    Ich habe wenig Zeit zum Einkaufen, der Supermarkt in der Mittagspause ist die machbarste Möglichkeit.
    Aber ich arbeite daran. Benutze zum ersten Mal festes Shampoo ohne Plastikflasche, das hab ich mir kürzlich auf einer Reise besorgt – wenn ich es wieder kaufen will, muss ich wohl übers Internet bestellen, was außer Kosten auch wieder Extra-Verpackung bedeutet 🙁 Alles nicht ganz einfach, aber wenn man sich mit diesen Dingen beschäftigt, tun sich nach und nach Wege auf. Und nun werde ich doch mal die Aleppo Seife recherchieren, die Du in einem anderen Beitrag erwähnst! Liebe Grüße Petra

    1. Liebe Petra, die Aleppo Seife kann ich dir sehr empfehlen. Die gibt es sogar auf dem Weihnachtsmarkt. Ich kaufe sie in einem Bioladen in unserer Stadt. Da komme ich nicht oft vorbei, aber sie reicht für 6 bis 9 Monate. Wir haben auch noch einiges im gelben Sack, aber es hat sich schon sehr reduziert, seit ich Gemüsebeutel verwende. Bei Obst und Gemüse kann man so Papiertüten weglassen und muss auch kein abgepacktes Gemüse mehr kaufen. Und Joghurt und Milch kaufe ich möglichst im Glas. Mein Freund hängt sehr an seinen Süßigkeiten. Die sind leider immer in Plastik verpackt. Daher haben wir auch noch viel gelben Sack. Und Fleisch bekommen wir meist auch in Plastik. Aber ich finde kleine Schritte immer ganz gut. Die gewöhnt man sich so richtig an und dann ist es auch langfristig. Ich will auch gern noch weiter reduzieren, aber bin auch froh darüber, dass wir nur noch einmal die Woche gelben Sack wegbringen müssen. Liebe Grüße, Huong

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