Was selbst kochen mit Selbstbestimmung zu tun hat

Minimalismus hat endlich auch in meiner Küche Einzug gehalten. Ich muss zugeben, dass ich diesen Raum sehr lange vernachlässigt habe. Rückblickend weiß ich jetzt auch wieso: Ich habe meine Ernährungsweise nie wirklich hinterfragt. Und wer nicht weiß, wie er sich ernähren soll, weiß auch nicht, was er in seiner Küche braucht. So behält oder kauft man alles, was einem im Laufe des Lebens an Küchenlifestyle so vorgelebt wurde.

Wer in seiner Küche keinen Überblick hat, ist auch anfälliger für diverse Küchenhelfer, weil er sich von jedem Gerät erhofft, dass das Kochen wie von selbst läuft. Oft stellt sich aber Gegenteiliges heraus, sodass wir vieles davon doch nicht verwenden. Und diese Dinge beanspruchen unnötig Platz in unserer Küche.

Ich will dir verraten, was Essen und Kochen früher für mich bedeutet hat

Essen war und ist für mich immer noch eines der schönsten Dinge im Leben. Ich liebe es – vor allem in guter Gesellschaft. Jedoch habe ich nicht wirklich darauf geachtet, was ich esse. Kochen hingegen, habe ich oft als lästig und zeitaufwendig empfunden. Daher ließ ich mich viel lieber bekochen, bestellte etwas, begnügte mich mit Fastfood oder bevorzugte Industrieprodukte. So wollte ich Zeit sparen, die ich für vermeintlich wichtigere Dinge aufwendete. Diese Ernährungsweise lies sich jedoch, aus den folgenden Gründen, immer weniger mit meinem minimalistischen Lebensstil vereinbaren:

1. Eine achtlose Ernährung führt häufig zu Lebensmittelverschwendung

In unserer Überflussgesellschaft ist die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln gesunken, da sie in Relation zu unserem Einkommen immer billiger werden. Dies führt zu einem achtlosen Umgang mit ihnen. Wir haben es nicht nötig, unsere Einkäufe genau zu planen oder alles zu verbrauchen, was wir gekauft haben. Es ist ja immer mehr als genug da.

Auch die vorgegebenen Verpackungsmengen der Lebensmittelindustrie, die Unsicherheit über das Mindesthaltbarkeitsdatum, und die Verkaufsstrategien der Supermärkte führen letztlich dazu, dass wir einfach zu viel kaufen und wegwerfen, ohne diese Lebensmittel zu verwerten. Mit ihnen verschwenden wir zusätzlich auch die Ressourcen, die für die Produktion, den Transport und die Verpackung aufgewendet wurden. Man bedenke: Einfach so, für nichts!

2. Eine achtlose Ernährung verursacht unnötig Müll

Wer Lebensmittel kauft und unverwertet wegwirft, erzeugt unnötig viel Müll. Vor allem Industrienahrungsmittel sind aufwendig und mehrfach verpackt. Und wer sich Essen bestellt oder sich von Fastfood ernährt, kommt um den ganzen Verpackungsmüll gar nicht herum.

3. Eine achtlose Ernährung ist oft nicht gesund

Wer nicht selbst kocht, wird nie genau wissen, was sich in seinem Essen befindet. Er muss die Menge, die Art der Zubereitung, die Herkunft der Lebensmittel mit samt ihren Farb-,Aroma- und Konservierungsstoffen so hinnehmen, wie sie angeboten werden. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten weniger Nährstoffe, dafür aber viel Zucker, Fett und Geschmacksverstärker. Eine solche Ernährung bleibt natürlich nicht ohne Folgen für unsere Gesundheit.

Meine Ernährung genießt jetzt einen hohen Stellenwert

Heute koche ich die meiste Zeit selbst mit möglichst frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Wann immer ich kann, tue ich das in Bioqualität. Das kostet zwar mehr, aber das gleichen wir wieder aus, indem wir insgesamt weniger einkaufen – eben nur so viel, wie wir tatsächlich brauchen.

Um dies möglichst gut einschätzen zu können, erstelle ich regelmäßig einen Koch- und Einkaufsplan. So vermeiden wir Spontankäufe und sind weniger Anfällig für die Verführungsstrategien der Supermärkte. Seitdem landen bei uns sehr viel weniger Lebensmittel unverwertet im Müll.

Da die meisten frischen Lebensmittel nicht verpackt sind, haben wir auch den Verpackungsmüll beträchtlich reduziert. Der Jutebeutel gehört schon lange zu unseren Einkaufsgewohnheiten und neuerdings nutzen wir auch Stoffbeutel, die wir für Obst und Gemüse nutzen, um Plastiktüten zu vermeiden.

Kleiner Tipp: Du brauchst nicht für jede Obst- und Gemüsesorte einen Beutel. Ich wiege alles immer lose auf der Waage ab und verteile sie dann auf ein bis zwei Beutel. Daran klebe ich dann entsprechend die Etiketten.

Seitdem wir weniger Industrieprodukte essen, müssen wir uns auch weniger Gedanken um Zusatzstoffe machen und fühlen uns so viel besser.

Wer selbst kocht, übernimmt wieder die Verantwortung über seine Ernährung

Indem du dich selbst um deine Ernährung kümmerst, übernimmst du auch wieder die Verantwortung dafür. Denn anderen etwas zu überlassen, bedeutet, auch ein Stück „selbst denken“ aufzugeben.

Wenn du selbst kochst, weißt du, woraus dein Essen zusammengestellt ist. Du bestimmst selbst, wie viel du brauchst, wie viel du isst und du musst dich nicht mit den vorgegebenen Verpackungsgrößen samt Inhaltsstoffen arrangieren. Du hast zahlreiche Variationsmöglichkeiten, aus frischen Lebensmitteln etwas Neues zu kreieren. Du bist Selbstbestimmt, was deine Ernährung angeht. Und diese sollte einen hohen Stellenwert in deinem Leben haben, weil deine Gesundheit und unsere Umwelt eng damit zusammenhängen.

Natürlich kostet es mehr Zeit. Aber ich ertappe mich immer öfters dabei, wie viel Spaß es mir eigentlich macht. Obst und Gemüse klein zu schneiden hat schon fast eine meditative Wirkung auf mich. Ähnlich wie bei einem Hobby ist es schön, am Ende das Ergebnis zu sehen.

Was brauche ich nun tatsächlich in der Küche?

Nachdem ich jetzt weiß, wie ich mich ernähren möchte, weiß ich auch genau, welche Küchenhelfer ich am meisten brauche:

– ein Schneidebrett

– zwei Messer in unterschiedlichen Größen,

– ein Schälmesser

– Holzkochlöffel

Es sind also nicht die elektrischen Küchenhelfer, an denen ich mich täglich bediene, sondern ganz einfache Dinge, aus denen ich etwas Schönes zaubern kann.

Welche Bedeutung hat Ernährung für dich als Minimalist? Das Thema finde ich sehr spannend und freue mich auf einen Austausch mit dir.

 

Linktipps zum Thema

Patrick von Healthy Habits schreibt in seinem Artikel „Wie der Minimalismus dich zur gesunden Ernährung führt“ über den Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Minimalismus. Ein sehr lesenswerter Beitrag.

Hannah Frey schreibt auf ihrem Blog „Projekt: Gesund leben“ über Gesunde Ernährung mit vielen tollen Rezepten, die überwiegend frische Lebensmittel beinhalten. Ein Blick auf ihren Blog lohnt sich.

 

 

 

 

 

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4 thoughts on “Was selbst kochen mit Selbstbestimmung zu tun hat

  1. Hallo!

    Ich sehe das ganz ähnlich. Mir ist es sehr wichtig, meine Nahrung selbst zuzubereiten, denn dann weiß ich auch was drinnen ist.

    Mir macht es auch viel Freude selbst zu kochen, das ist mittlerweile fast ein Hobby geworden.

    lg
    Maria

    1. Hallo Maria, ich fühle mich auch viel besser so. Ich finde die Suche nach Alternativen zu Industrieprodukten sehr spannend. Übrigens lese ich deinen Blog gerne 😉 Liebe Grüße, Huong

  2. Hallo Huong,

    wir kochen jeden Samstag ein frisches Gericht und essen die Reste am Sonntag. Das Fleisch dafür kaufe ich seit Neusten am Freitag beim Biohof. Unter der Woche wird in der Kantine oder dem Kindergarten gegessen, was einfach und bequem ist. Ich stelle mir einen vegetarischen Teller am Beilagenbuffet zusammen.

    Gruß,
    Kerstin

    1. Hallo Kerstin,
      für zwei Tage zu kochen find ich auch gut. Da spart man viel Zeit. Früher habe ich auch in der Kantine gegessen. Die hatten zum Glück ganz gutes Essen angeboten, sogar ein Biogericht.
      Liebe Grüße,
      Huong

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