Bücher lesen, ohne sie zu besitzen

Ich liebe Bücher. Das ist auch der Grund, warum ich früher so viele davon besessen habe. Ich habe sie gesammelt. Ich hatte eine ganze Wand voll Bücher. Doch heute besitze ich nur noch eine Handvoll. Lesen tue ich aber noch genauso viel wie damals. Wie das geht, erfährst du in diesem Blogartikel.

Warum ich keine Bücher mehr besitzen will

Beim Entrümpeln meines Bücherregals habe ich gemerkt, dass ich die meisten von ihnen nicht noch einmal lesen werde, zum Beispiel Krimis oder Romane. Viele Bücher waren ungelesen und so manches angefangen und nie wieder angerührt. Am Ende waren es nur eine Handvoll Bücher, die ich behalten wollte. Es waren eben diese, die mein Leben beeinflusst haben. Wenn man bedenkt, wie viele von ihnen ich nicht behalten habe, desto sinnloser erscheint mir die Plackerei damals bei meinen Wohnungsumzügen. Heute reicht eine Fensterbank vollkommen aus. Mein letzter Umzug war deutlich leichter und es ist lange her, dass ich ein Buch verkaufen, verschenken und entsorgen musste.

Bücher lesen, ohne sie physisch zu besitzen

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Bücher zu lesen, ohne sie in materieller Hinsicht zu besitzen:

1. Bücher leihen

Onleihe der Stadtbibliothek

Wenn ich ein Buch lesen will, schaue ich zuerst in der Onleihe der Stadtbibliothek nach. Über dieses Angebot kann ich EBooks ausleihen, die ich dann über mein Tablet lese. Geeignet sind aber auch alle Ebookreader, die EPub Formate verwenden. Wer Hörbücher mag, wird hier ebenfalls fündig. Sogar Zeitschriften, wie zum Beispiel “Psychologie Heute” kann ich mir ausleihen. Auf dem Tablet steht es der Printversion vom Lesevergnügen her in nichts nach. Das Gute ist, dass ich viel Zeit und Geld spare, da ich die Bücher wieder zurück gebe und gar nicht erst in die Bibliothek muss. Das Angebot ist noch nicht sehr groß, aber in den letzten Jahren enorm gewachsen. Es lohnt sich also definitiv. Lade dir dafür einfach die App Onleihe herunter und gib deine Benutzerdaten der örtlichen Bibliothek ein.

Stadtbibliothek

Finde ich ein Buch nicht über die Onleihe, dann gehe ich zur Bibliothek und schaue, ob es als Printausgabe verfügbar ist. Meistens ist es das. Beliebte Bücher sind zwar oft verliehen aber Vorfreude ist wirklich die beste Freude. Für mich ist das absolut ok. Ich habe die Bibliothek trotzdem noch nie mit leeren Händen wieder verlassen.

Bücherregal von Freunden

Ganz klassisch leihe ich mir auch immer noch Bücher von Freunden und Bekannten aus. Die meisten von ihnen haben noch Bücherregale, vor denen ich wahnsinnig gerne stehe. Die meisten freuen sich, ihre Bücher zu verleihen und sich später darüber auszutauschen. Und den einen oder anderen ertappe ich dabei, wie erleichtert er ist, dass ich das Buch mitnehme.

Abgesehen davon wird so manches Buch auch bei Minimalismus Stammtischen untereinander verliehen, was wirklich toll ist. Es lohnt sich also mal hinzugehen. Alle Termine findest du hier.

Kindle Leihbibliothek

Wer einen Kindle* besitzt, kann auch Bücher über die Kindle Leihbibliothek “Kindle Unlimited” ausleihen. Es sind ein paar Bestseller darunter und viele Selfpublisher Bücher. Einige von ihnen sind wirklich lesenswert, andere wiederum nicht. Im Großen und Ganzen habe ich aber davon profitiert. Du kannst es auch einen Monat kostenlos ausprobieren und gegen rechnen, wie viele Bücher du in diesem Monat liest und was sie dich ohne Abo gekostet hätten. So weißt du, ob es sich für dich rentiert. Das Abonnement kostet 9,99 EUR im Monat und jederzeit kündbar.

Wer Amazon Prime Mitglied ist, kann sich aus dem Prime Angebot einmal im Monat ein Buch ausleihen. Das Angebot ist zwar bei Weitem nicht so groß wie bei Kindle Unlimited, aber stöbern lohnt sich, wenn du ohnehin Amazon Prime Kunde bist.

2. Kostenlos lesen

Immer öfters sehe ich öffentliche Bücherschränke, in denen nicht selten echt tolle Bücher sind. Nach dem Lesen kann ich sie einfach wieder hier abgeben.

In der Türkei haben türkische Müllmänner mit weggeworfenen Büchern sogar eine Leihbibliothek gegründet, weil es ihnen so leid tat, sie zu entsorgen. Die meisten Menschen lesen ihre Bücher selten noch einmal und wollen sie deshalb irgendwann auch nicht mehr besitzen. Bücher kaufen lohnt sich also nicht wirklich.

3. Bücher rezensieren

Wenn du bloggst, kannst du Bücher auch als Rezensionsexemplar anfordern. Die meisten Verlage reagieren sehr positiv darauf und haben mittlerweile sogar Bloggerportale eingerichtet, wie zum Beispiel hier bei Random House. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Im Gegenzug berichtest du über deine Erfahrungen mit dem Buch. Gefällt mir ein Buch nicht, schreibe ich auch nicht darüber. Das begründe ich bei dem Verlag entsprechend und hatte damit auch noch nie Probleme. Um dies aber möglichst zu vermeiden, lese ich mir die Leseprobe gründlich durch. Je mehr Infos ich über das Buch habe, desto eher erhalte ich ein Buch, das ich dann auch selbst gern lese und auf meinem Blog vorstelle.

4. Digital kaufen

Wenn ich alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe und ein Buch unbedingt lesen möchte, dann bin ich auch bereit, es zu kaufen – allerdings nur in digitaler Form. Ich möchte in meinem Zuhause möglichst wenig neues Zeug ansammeln, nachdem ich alles soweit entrümpelt habe. Das ich Bücher kaufe, kommt mittlerweile nur noch sehr selten vor. Meistens handelt es sich um Fachbücher, die ich dann auch wirklich brauche.

Meine Lesegeräte

Print oder EBook? EPub oder Mobi? Häufig sind es diese Fragen, die man sich stellt, wenn man auf digitale Lesegeräte umsteigen will. Meine Erfahrung ist, dass ich mir damals ganz umsonst den Kopf zerbrochen habe. Denn erstens ist es keine dogmatische Entscheidung, ob man nun Printbücher oder Ebooks liest. Ich lese beides gleich viel. Beides ergänzt sich. Ich muss also auf nichts verzichten. Und ich muss mich nicht für eines entscheiden. Ich lese alle Bücher genauso, wie sie mir in die Hände geraten. Was zählt, ist der Inhalt.

Als ich nur den Kindle besaß, konnte ich damit keine Bücher aus der Onleihe lesen, da diese nur im ePub Format erhältlich sind. Auf viele Selfpublisherbücher will ich aber auch nicht verzichten. Diese gibt es bei Amazon als mobi Datei. Seit ich aber neben meinem Kindle auch das Ipad Pro besitze, mit dem ich natürlich nicht nur lese, genieße ich aber nun auch den Zugang zur digitalen Bibliothek über die Onleihe. Überraschenderweise ist es aufgrund des True Tone Displays nicht ermüdend für die Augen. Und ich lese wirklich viel.

Falls mein Kindle also mal das Zeitliche segnen wird, werde ich ihn wahrscheinlich nicht ersetzen, da ich mit dem Tablet alle Möglichkeiten ausschöpfen kann, ohne Kompromisse einzugehen.

 

Ich genieße es, viel zu lesen, ohne die Bücher zu besitzen oder viel Geld dafür auszugeben. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Hast du weitere Tipps? Dann schreib mir doch gern in den Kommentaren. Ich freue mich. 

*Amazon Affiliate Link

 

2 thoughts on “Bücher lesen, ohne sie zu besitzen

    1. Das finde ich auch und es freut mich, dass es immer mehr werden. Was mich einwenig stört, ist, dass die Onleihe nicht deutschlandweit gilt. Dann wäre das Angebot sehr viel besser 🙂 Liebe Grüße Huong

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