Downsizing: Kommode statt Kleiderschrank

Seit meinem Umzug im letzten Jahr habe ich auch meinen Kleiderschrank minimalisiert. Ich nutze statt dessen die Kommode, die meine Vormieterin mir hinterlassen hat. Was soll ich sagen? Ich habe immer noch mehr als genug.

Warum ich keine riesigen Kleiderschränke mag

Von großen Kleiderschränken, die eine ganze Wand füllen, fühle ich mich erdrückt. Da ich kleine Räume bevorzuge, ist mir der Platz auch viel zu schade, den ein einziges Möbelstück für sich beansprucht und zudem viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Außerdem definiert ein Kleiderschrank den Raum meiner Meinung nach zu dominant als Schlafzimmer und lässt optisch weniger Spielraum für andere Nutzungsmöglichkeiten.

Mittlerweile genieße ich es sehr, mehr Platz zum Leben, Arbeiten und Sein zu haben. Ich bin weniger Reizen durch zu viele materielle Dinge ausgesetzt. Und obwohl ich hier auch arbeite, ist es für mich ein Ort der Ruhe und Inspiration. Ich definiere selbst, wie ich wohnen möchte, indem ich meine Wohnungseinrichtung an meinen Bedürfnissen ausrichte, statt mich anderen Wohnkonzepten anzupassen.

Ordnung in meiner Kommode

Je weniger Platz da ist, desto mehr Ordnung muss sein. Sonst entsteht schnell Chaos. Ich habe mich daher folgender Weise organisiert:

1. Wohlfühlsachen

In der obersten Schublade befinden sich meine Wohlfühlsachen. Da ich von daheim aus arbeite, habe ich diese Sachen auch meistens an. Meine Priorität liegt hier auf Bequemlichkeit. Jeden Morgen greife ich also in diese Schublade und bin zufrieden. Alles gefällt mir, alles ist einfach.

2. Wäsche und Bettwäsche

In der zweiten Schublade bewahre ich Wäsche und Bettwäsche auf. Es passt gerade noch so. Ich könnte aber auch gut auf ein Bettwäscheset verzichten und hätte dann mehr Platz. Doch das überlasse ich einfach dem Zeitpunkt, an dem eines meiner vier Bettwäschesets  das Zeitliche segnen wird.

3. Vorzeigeklamotten

Im dritten Fach bewahre ich Kleidung auf,  die ich trage, wenn ich mich mit Freunden treffe oder ausgehe. Es sind meistens Lieblingsstücke.

4. Berufs- und Ausgehkleidung

In der letzten Schublade bewahre ich Kleidung auf, die ich für berufliche Zwecke brauche oder für besondere Anlässe. Diese Schublade nutze ich seltener.

Auch mit weniger habe ich mehr als ich brauche

Ich habe immer noch mehr Kleidung, als ich eigentlich brauche aber so wenig, dass ich sehr wertschätzend mit ihnen umgehe. Während ich früher nur 20% meiner Kleidung getragen habe und die restlichen 80% als Schrankleichen ihr Dasein fristeten, ist es heute umgekehrt. Ich trage jetzt 80% meiner Sachen regelmäßig und 20% nur zu entsprechenden Anlässen.

Mittlerweile entsorge ich auch nur noch das, was kaputt ist und brauche auch nicht mein Gewissen mit zwielichtigen Altkleidersammlungen belasten. Man sollte auch die Zeit nicht unterschätzen, die man für das Entrümpeln braucht. Geld in neue Kleidung zu investieren wird auch noch für längere Zeit nicht nötig sein. So bleibt mehr für wichtigere Bedürfnisse. Zudem würde ich mich vorher auf Kleidertauschpartys umsehen. Damit habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht.

Für mich selbst kann ich nur Vorteile daraus ziehen:

1. Ich habe einen sehr guten Überblick über meine Kleidung. Morgens ist die Entscheidung schnell getroffen, was ich anziehen werde.

2. Meine Sachen sind schnell eingeräumt und ich habe seit Jahren kein Chaos mehr im Kleiderschrank.

4. Seit ich weniger Kleidung besitze, trage ich sie Bewusster und muss daher auch weniger waschen.

5. Die Kommode definiert meinen Wohnraum nicht mit, sondern lässt eine offene Einrichtung zum Arbeiten, Leben und Schlafen zu. Ich habe also nicht das Gefühl, dass mir ein zusätzlicher Raum fehlt.

8. Mein Umzug war ohne Kleiderschrank und mit wenigen Sachen viel einfacher.

9. Die Kommode nimmt sehr wenig Platz ein, gibt mir nach oben hin viel Raum und wirft kaum Schatten, was das Zimmer viel heller macht.

10. Die Freude an meinen Kleidungsstücken hält viel länger an.

Vor allem aber habe ich mehr Freiheit gewonnen. In meinen Gedanken ist nun mehr Platz für mich, seitdem ich mich weniger über meine Kleidung definiere.

Buchtipp

Minimalismus trifft Kleidung: In 4 Wochen zum Kleiderschrank voller Lieblingsstücke* | Pia Mester

Wenn auch du deinen Kleiderschrank entrümpeln willst, dann kann ich dir wärmstens dieses Buch von der Journalistin Pia Mester empfehlen. Sie hat sich lange mit dem Thema beschäftigt und eine sehr gute Herangehensweise für das Entrümpeln von Kleidung erarbeitet. Hier findest du einen ausführlichen Blogbeitrag von mir zu dem Buch.

 

 

 

Welche Erfahrungen hast du mit Minimalismus im Kleiderschrank gemacht? Hast du auch überlegt, auf einen kleineren Schrank umzusatteln? Berichte mir gern über deine Erfahrungen. Ich freue mich. 

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13 thoughts on “Downsizing: Kommode statt Kleiderschrank

  1. Hallo Huong, die Aufteilung deiner Kommode finde ich auch eine gute Idee. Ich nutze derzeit für Kleidung einen 50cm breiten und 35cm tiefen Paxschrank. Mittelfristig werde ich ebf. auf Kommode umsteigen. Schubladen sind praktischer. Außerdem mochte ich Kleiderschränke noch nie. Früher habe ich sie angemalt, mit Spiegeln oder Bilder beklebt, die Türen rausgenommen, Vorhänge davor gemacht – nur, damit es nicht nach Kleiderschrank aussieht. Da ist es doch konsequenter, diese gleich wegzulassen.

    1. Liebe Gabi, deine Wohnung ist wirklich sehr minimalistisch 🙂 Ich habe deine Beiträge dazu natürlich alle gelesen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Kommode. Wäre aber natürlich nichts für jemanden, der täglich HEmden tragen muss, berufsbedingt zum Beispiel. Ich bin gespannt über dien Erfahrungen, wenn du auf eine Kommode umsteigst. Ganz liebe Grüße Huong

  2. Huhu Huong, wie machst du es mit Jacken? Sind die auch in der Kommode. Ich habe einen breiten Schrank mit großer Stange, 3 Schubladen und 3 Brettern. Vor allem die Stange ist recht voll. Dort hängen z.B. auch mein Dirndl und mein Abi-Kleid.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo liebe Jenny, ich habe das Glück, dass ich dafür den Hausflur nutzen darf. Dort habe ich eine kleine Truhe, in der ich meine Schuhe aufbewahre. Darüber hängen 3 Haken, an denen meine Jacken hänge. Lediglich meine Winterjacke werde ich bald waschen und dann in einem Sack auf dem Dachboden aufbewahren, da sie wirklich viel Platz einnimmt und nicht in die Kommode passt. Ansonsten bin ich mit dieser Lösung sehr froh, weil ich in der Wohnung viel Platz spare. Ich mag es mittlerweile viel Platz daheim zu haben. Bist du zufrieden mit deinem Schrank? Liebe Grüße Huong

      1. Huhu Houng, er macht, was er soll. Allerdings sind die Fächer zu groß. Ich muss meine Sachen ziemlich stapeln. Es fehlen also Zwischenbretter für mehr Ablagefläche. Aber war bisher nicht wichtig genug als dass ich mir weitere Bretter besorgen würde.

        1. Liebe Jenny, das mit den zu großen Fächern kenne ich. Mich hat es damals auch nicht gestört. Unser Kleiderschrank war damals auch eher klein. Es war einfach die passende Gelegenheit, die ich beim Umzug genutzt habe. Liebe Grüße Huong
          PS: mir gefällt übrigens dein Blog sehr gut

  3. Hallo,
    wie machst du das, dass du weniger Wäsche wäschst? Ich meine, Wäsche waschen muss ich ja, egal wieviele Kleidungsstücke ich habe. Und da gibt es auch m.E. nicht viele Reduktionsmöglichkeiten. Das würde mich mal interessieren…
    LG Kerstin

    1. Liebe Kerstin, einfach indem ich meine Sachen länger trage. Früher habe ich sie ständig gewechselt und zwar nicht danach ob es nun notwendig ist oder nicht, sondern einfach aus meiner Laune heraus. Ich bin unachtsam mit ihnen umgegangen. So kam oft ein großer Wäscheberg zusammen. Mir macht es jetzt nichts aus, öfters mal das gleiche zu tragen und dann erst zu waschen, wenn es nötig ist. Außerdem wechsle ich nicht ständig das ganze Outfit, sondern nur das, was in die Wäsche muss. So kombiniere ich meine Sachen durch. Es ist in der Summe dann weniger, was an Wäsche zusammenkommt.

      Ich habe einen Spiegel, hinter dem sich ein integrierter Kleiderständer befindet. Dort hänge ich meine getragenen Sachen hin. Das ist praktisch und sieht ordentlicher aus. Ich stelle ihn mal in einem Blogpost vor. Außerdem wasche ich Bettwäsche mittlerweile auch nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch monatlich. Mir reicht es vollkommen. Habe es früher übertrieben mit der Hygiene. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich finde es jedenfalls viel angenehmer, nicht mehr so soft zu waschen und Wäsche zu machen. Ganz liebe Grüße Huong

      1. Sorry für die späte Antwort…

        Okay, dann habe ich das jetzt verstanden 🙂 Da hast du schon recht, bei vielen Sachen reicht es, z.B. das Top zu wechseln und den Cardi zu lüften. Ich bin da nur manchmal extrem unsicher im Sinn von „Rieche ich wirklich gut?“. Eigentlich doof, ich weiß…

  4. Hey Huong,
    Sehr interessanter und informativer Artikel! Ich finde die Aufteilung sehr spannend, habe die Idee, Kleidung nach Anlass statt nach Kleidungsart (also Ober- oder Unterteil, etc.) zu sortieren/lagern auch erst vor kurzem kennengelernt und finde sie genial.
    Mich würde dabei interessieren – falls es nicht zu privat ist – wie du das mit der Unterwäsche machst? Die braucht man ja immer, egal ob „gemütlich“ oder „zum Ausgehen“. Oder hast du sie auch danach unterteilt? 😀
    Liebe Grüße,
    Chantel

    1. Liebe Chantel, klar darfst du fragen. Schließlich tragen wir doch alle welche oder 😉 Also nein die habe ich nicht so unterteilt. Da greife ich ebenfalls einfach was heraus und alles ist gut 🙂 Ich bin sehr zufrieden mit dieser Aufteilung. Und es ist kaum zu glauben, aber ich könnte immer noch ausmisten. Wahnsinn wie wenig wir eigentlich wirklich benötigen. Liebe Grüße Huong

  5. Hallo,
    dank dieses Artikels habe ich meinen Kleiderschrank abgeschafft.
    Ich hatte schon die Idee dazu, war mir aber unsicher ob das wirklich klappen kann, die Kleidung nur in Kommoden aufzubewahren. Ein Freund von mir meinte: „wenn du mal eine Bluse hast die du zu einem besonderen Anlass (Vorstellungsgespräch o.ä.) anziehen willst, dann bügelst du die doch sowieso vorher.“
    Dann noch diesen Blogartikel gelesen und ich war restlos überzeugt.

    In einer Kommode kann man die Kleidung schön gefaltet aufbewahren so dass auf einen Blick sichtbar ist, welche Klamotten man hat und man diese auch einfach rausholen kann (KonMari-Prinzip).

    Danke nochmals!
    Noemi

    1. Liebe Noemi,

      danke für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass der Beitrag dich so inspiriert hat. Ich kann mir momentan gar nicht mehr vorstellen zu einem Kleiderschrank zurückzukehren. Mit einer Kommode hab ich einfach viel mehr Platz in der Wohnung. Und dein Freund hat recht. Ich Bügel meine Blusen auch nur kurz bevor ich sie brauche und das kommt wirklich nur selten vor. Viel Freude noch weiter auf deinem minimaoistischen Weg.

      Liebe Grüße
      Huong

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