Wie viel Geld brauchst du zum Glücklichsein?

Minimalisten brauchen nicht viel. Ganz ohne Geld geht es aber auch nicht. Es sei denn, es gelingt uns, so wie Rafael Fellmer 5 Jahre lang ohne auszukommen*. Doch wieviel brauchen wir eigentlich, um glücklich zu sein?

60.000 EUR

Laut den Forschungsergebnissen des Nobelpreisträgers Angus Deaton korreliert unser Wohlbefinden mit einem steigenden Einkommen bis zu ca. 60.000 EUR. Danach nicht mehr. Wenn ich mich an dieser Zahl orientieren würde, müsste ich mich enorm anstrengen. Ich glaube aber, dass es verkehrt ist, mein Glücksempfinden an dieser Zahl zu orientieren. Es würde mein Leben von mir selbst und meinen eigenen Bedürfnissen befremden, so wie das eben ist, wenn man nicht seinem eigenen Herzen folgt. Warum nicht also einfach unser Glückseinkommen selbst festlegen? Eines, das vollkommen auf die eigenen Bedürfnisse, auf das eigene Leben abgestimmt ist?

Wissen wann genug ist

Das eigene Glückseinkommen zu kennen, ist wichtig. Erstens, weil wir alle glücklich sein wollen und zweitens weil wir dann wissen, wie viel wir von unserer Lebenszeit aufwenden müssen, um das nötige Geld dafür zu verdienen.

Weil wir dann einfach wissen, wann genug ist. Genug Arbeit, genug Geld, genug Haben.

Je niedriger das Glückseinkommen also ist, desto weniger müssen wir arbeiten. Viele Entscheidungen machen wir dann nicht mehr von monetären Beweggründen abhängig, zum Beispiel bei der Frage, ob wir unsere Arbeitszeit reduzieren sollen, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben, die uns ebenfalls wichtig sind.

Dein Glückseinkommen

Wie kannst du nun herausfinden, wie hoch dein Glückseinkommen ist? Ganz einfach. Mache eine Gelddiät über einen Zeitraum von mindestens einen Monat. Je länger aber, desto besser. Kaufe in dieser Zeit nur das, was du wirklich brauchst. Führe vorher und nachher Buch über deine Ausgaben. Ich nutze dafür die App Pocket Money. Du wirst eine Menge über dich herausfinden. Denn mit weniger Geld wirst du deine Ausgaben auch auf das beschränken, was dir wirklich wichtig ist. Und du wirst staunen, wie viel Geld du früher für unötige Dinge ausgegeben hast. Am Ende dieser Gelddiät weißt du wie hoch dein Glückseinkommen ist. Erstaunlicherweise ist es oft niedriger als gedacht, weil wir alle wirklich gut mit weniger auskommen. Und das, was du bereits besitzt, steigt enorm an Wert. Deine Freude über neue Anschaffungen hält länger an.

6 Tipps für deine Gelddiät

Tipp 1: Frage dich vor jedem Kauf, ob du die Sache wirklich brauchst.

Tipp 2: Sei kreativ. Denke dir andere Alternativen aus, bevor du etwas Neues kaufst, was du vermeintlich brauchst. Not macht bekanntlich erfinderisch.

Tipp 3: Kaufe gebraucht oder gehe auf Kleidertauschpartys.

Tipp 4: Warte ab. Das erhöht erstens die Freude beim späteren Kauf und zweitens verpuffen viele Wünsche wieder von allein.

Tipp 5: Verkaufe dein Zeug bei Ebay.

Tipp 6: Verbrauche alles, bevor du etwas Neues kaufst. Achtung, es klingt einfacher als es ist.

Es geht nicht ums Geld

Bei dieser Gelddiät geht es nicht um Verzicht oder um das Anhäufen von Geld als Selbstzweck. Du erfährst, was dir wirklich wichtig ist, um dafür zu arbeiten und deine Lebenszeit dafür aufzuwenden. Wo tut es weh, kein Geld für etwas zu haben und wo nicht? Das verrät eine Menge über dich und deine Bedürfnisse. Zu wissen, was du selbst willst, was du selbst brauchst, ist wertvoll, weil du umso mehr danach leben kannst. Am Ende weißt du einfach, wie viel Geld du brauchst, um glücklich zu sein.

Gleichzeitig bedeutet dies aber nicht, dass nur Geld allein uns glücklich macht. Doch neben vielen Dingen, die uns glücklich machen und glücklicherweise nichts kosten, gibt es aber auch einige Dinge, die unser Wohlbefinden steigern und wir dafür bezahlen müssen, wie zum Beispiel gute Lebensmittel, eine warme und gemütliche Wohnung oder Erlebnisse wie zum Beispiel ein guter Film, eine Reise oder Unternehmungen mit Freunden. Wohlgemerkt ist Geld nur ein Mittel zum Zweck – ein Aspekt unter vielen, die Glück ausmachen.

Hast du schon mal eine Gelddiät ausprobiert? Wie sind deine Erfahrungen? Ich freue mich auf deine Kommentare.

 

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2 thoughts on “Wie viel Geld brauchst du zum Glücklichsein?

  1. Liebe Huong,

    dein Blog ist ziemlich inspirierend, ich freue mich, dass ich auf ihn gestoßen bin. Darf ich fragen, wir hoch dein persönliches Glückseinkommen ist? Was machst du mit dem Rest, legst du ihn beiseite für Notfälle oder „Annehmlichkeiten“ wie zB Reisen? Besitzt du einen Fernseher? Oder bist du nur online unterwegs? Kennst du Menschen, die minimallistisch leben und kleine Kinder haben? Fragen über Fragen 🙂
    Alles Gute für dich, mach weiter so, LG Nora

    1. Liebe Nora, mein persönliches Glückseinkommen möchte ich nicht verraten, aber es liegt weit unter dem, was Richard Easterlin definiert. Ich habe ein Mehrkontensystem: 1. Alles was ich für den Alltag brauche. 2. Steuerkonto (das brauche ich, weil ich Freiberuflerin bin). 3. Reisen 4.Rücklagen (Unbedingt notwendig!) 5. Karmakonto (Geld, das ich für andere ausgebe). So habe ich für alles, was mir wichtig oder notwendig ist, immer Geld zur Verfügung. Seit ich sehr bewusst konsumiere, mich also weitgehend auf notwendige Dinge beschränke oder Erlebnisse, entlastet mich das finanziell enorm. Wer seine Finanzen gut im Blick hat und dann mit seinen Träumen und Lebenszielen in Einklang bringt, macht sich selbst auf Dauer glücklich, würde ich persönlich behaupten.

      Einen Fernseher besitze ich nicht. Ich streame Filme und Musik online. Das hat den Vorteil, dass ich nicht mehr zappe, sondern mir gezielt Filme anschaue, die ich auch sehen möchte. Auf Serien verzichte ich weitgehend, weil bei mir das Suchtpotenzial sehr hoch ist 😉

      Ich kenne Menschen, die Kinder haben und sehr bewusst leben. Sie kaufen wenig neu und vieles, was an Babyartikeln angeboten wird, ist wirklich nicht notwenig. Auch hier würd eich sagen, dass weniger mehr ist.

      Hab lieben Dank für deinen Kommentar. Wie lange beschäftigst du dich mit Minimalismus? Und was bedeutet er für dich? Wie bist du auf das Geldthema gestoßen?

      Ganz liebe Grüße
      Huong

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