10 Dinge, die ich in meinem Leben nicht vermisse

Mittlerweile blicke ich auf über 10 Jahre Minimalismus in meinem Leben zurück. Viele Dinge sind gegangen, um Platz für ein schöneres Leben zu machen. Vermissen tue ich davon eigentlich nichts. Denn leichter ist es ohne sie geworden.

#1 Fernseher

Seit ich keinen mehr besitze, habe ich mehr Zeit für mich, für mein Leben. Weg ist das Gefühl der Passivität, des Zugedröhntseins. Ich beschäftige mich mit Themen, die meinem Leben mehr Sinn verleihen, z. B. Lesen, Lernen, Wachsen und mein eigenes Leben zu gestalten, indem ich eigene Projekte verwirkliche. In diesem Jahr habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt und einen Life-Planer kreiert, um all diesen wertvollen Gedanken Raum zu geben. Vor einigen Jahren habe ich ein Buch veröffentlicht und den Blog gestartet. Für solche Dinge braucht es Zeit – viel Zeit.

#2 Nagellack

Ich weiß nicht wie so etwas so unsinniges einen so dermaßen erfolgreichen Einzug in die Gesellschaft gefunden hat und ein Teil der weiblichen Sozialisation geworden ist. Im Grunde genommen habe ich lange Fingernägel immer gehasst und noch mehr, sie zu lackieren, geschweige denn Geld und Zeit für sie aufzuwenden. Es hat gedauert, bis ich dahintergekommen bin, dass ich auch ohne sie vollkommen ok bin.

#3 Weichspüler

Ist es nicht herrlich, wenn Wäsche nur frisch und einfach nur nach nichts riecht?

#4 Parfum

Wozu sind diese Dinge da? Eigentlich nur, um uns selbst zu übertünchen. Aber das will ich mittlerweile gar nicht mehr. Meinen Freund mag ich am Liebsten ohne alles und mich selbst auch viel lieber.

#5 Bücherregal

Wer bin ich ohne meine Bücher? Exakt der gleiche Mensch, nur ohne Bücherregal, volle Umzugskisten und schwerem Gepäck auf Reisen. Ein E-Reader tut`s genauso gut. Denn wertvoll ist was drinnen steckt: Ein Schatz voll Wissen, Wachstum und Weisheit. Warum also ein volles Bücherregal, wenn‘s auch leichter geht.

#6 Wohnzimmer

Ich habe getauscht: Ein Wohnzimmer mit Couch, Wohnlandschaft und Fernseher gegen weniger Raum, weniger Arbeit, eine bessere Wohnung in besserer Lage und weniger Miete. Perfekt auf mich und meine Bedürfnisse abgestimmt.

Und wenn Besuch kommt? Dann sitzen wir in meiner gemütlichen Wohnküche und blicken auf den Garten mit riesiger Heidi-Tanne und angrenzender Pferdekoppel. Wenn man am Gartenzaun steht, kommen sie ganz nah heran, die Pferde. Sie wollen gefüttert werden. Doch ich mag sie lieber nur anschauen, morgens, wenn ich den ersten Kaffee trinke und dabei klassischer Musik lausche. Leider nur eine seltene Gelegenheit, aber dafür umso wertvoller.

#7 Kleiderschrank

In den letzten drei Jahren habe ich herausgefunden, dass es eine Kommode auch tut. Fazit: Ich habe immernoch zu viele Klamotten. Wie kann das sein?

#8 Shopping

Früher eine Freizeitbeschäftigung als Kompensation für was-weiß-ich-nicht-alles. Viel befriedigender ist es jedoch, sich mit sinnstiftenden Dingen zu beschäftigen anstatt mit „was-weiß-ich-nicht-alles“.

#9 Beziehungen, die mir nicht gut tun

Menschen lassen sich nicht einfach so entrümpeln, aber Beziehungen schon. Wer begegnet uns mit wohlwollen? Eine Antwort darauf bringt mehr Einfachheit in  komplizierte Beziehungsgeflechte. Sie ebnet den Weg zur Fähigkeit, sich emotional abzugrenzen und unsere Mühen in Beziehungen zu stecken, die uns bereichern. Ich  weiß wovon ich spreche. Denn ich habe es ausprobiert. Genießen tue ich seitdem viele schöne Momente und vermissen tue ich: Nichts.

# 10 Alkohol

Ein verkaterter Tag ist ein verlorener Tag. Und wenn der Alkohol zudem nicht schmeckt und kein Genuss darstellt, warum also nicht einfach weglassen? Daher die radikale Entscheidung: Ich trinke keinen Alkohol mehr. Seither geht es deutlich besser, das Leben. Denn ein Nein kommt  mir nun viel leichter über die Lippen, ohne Rechtfertigung, ohne moralischen Zeigefinger. Einfach nur, weil ICH es nicht will.

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