Minimal Kon 2018 – People, Projects & Books

Minimalistisch leben, nachhaltig handeln und achtsam sein. Unter diesem Motto trafen sich Ende September zum 7. Mal Minimalisten und Minimalistinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Minimal Kon im Unperfekthaus, Essen. Für alle, die nicht dabei waren, gibt es hier das Beste zu People, Projects an Books.

*Der Beitrag enthält Amazon Werbelinks

1. Minimalismus und Nomadentum

Philipp ist in den letzten sechs Jahren 18 mal umgezogen. Er hält stets eine Tür für die unerwarteten Wendungen des Lebens offen und bricht mit starren Lebensmustern, um das zu tun, worauf er wirklich Lust hat. So haben sich viele Möglichkeiten für ihn aufgetan. Er verwirklicht seinen Traum und arbeitet beim Film, bereist den nahen Osten intensiv und findet hier nicht nur eine neue Liebe, sondern auch eine neue Heimat.

Während seiner Reisen hat Minimalismus sich für Philipp vom praktischen Tool für unbeschwertes Reisen zum Allzweckmittel in allen Lebenslagen entwickelt. Mit wenigen Dingen reist es sich freilich wesentlich leichter. Und wie so viele Reisende hat auch er die Erfahrung gemacht, dass wir das meiste, was wir besitzen, nicht wirklich brauchen. Darüber hinaus hilft ihm die Frage nach dem Wesentlichen aber auch in anderen Lebensbereichen, sich auf das zu fokussieren, was ihn glücklich macht – sei es bei der Arbeit, in Beziehungen oder bei der Ernährung. Mehr darüber, wo Phillip sich gerade auf der Welt befindet, was ihn im Herzen bewegt oder was in seinem Kopf vor sich geht, erfährst du auf seinem Blog www.woistphilipp.de 

2. Minimalismus und Geld

Es gab Zeiten, in denen Anja gut verdient hat. Aufgrund einer Erkrankung ist das nicht mehr so. Seit einigen Jahren lebt sie von 500 EUR im Monat- nach Abzug der Fixkosten. 10 EUR pro Tag für alle Ausgaben des Alltags (inkl. Bio-Lebensmittel) hat sie für sich einkalkuliert. Wie geht das? Anja konsumiert nur das, was sie auch wirklich braucht. Die übrigen 200 €  fließen dann in notwendige Investitionen (Ersatzbeschaffung Kleidung bzw. sonstiger Gebrauchsgegenstände), Weiterbildung, Kultur und Reisen. Sie besitzt auch kein Auto mehr. Sofern sich ihre finanzielle Situation bessert, würde sie sich gern ihren Traum vom Wohneigentum erfüllen. Ihre Botschaft ist jedoch, dass man auch mit wenig Geld ein gutes Leben führen kann.

Für alle, die mehr darüber wissen wollen, empfiehlt sie das Buch: “Die Kunst, mit deinem Geld auszukommen” von Hedwig Kellner. Das Buch habe ich übrigens auch gelesen und fand es wirklich gut.

3. Minimalismus und Kleidung

Prof. Dr. Heike Derwanz und Verena Strebinger vom Institut für materielle Kultur (das gibt es wirklich!) der Universität Oldenburg arbeiten gemeinsam an einem Projekt zu Textil-Minimalismus. Dabei erforschen sie, wie Minimalist*innen mit ihrer Kleidung umgehen und inwiefern diese Praktiken mit Nachhaltigkeit zusammen hängen. Denn wir Minimalist*innen könnten eine Gruppe von Pionieren sein, wenn es um nachhaltigen Textilkonsum geht. Wow, klingt das gut!

Dazu führen sie Kleiderschrank-Begehungen, Einzel- und Gruppeninterviews durch. Das Themenspektrum ist vielseitig. Es reicht von Secondhand-Kleidung über DIY bis hin zu Fair Fashion, Capsule Wardrobes und der wöchentlichen Waschroutine. Auch meine Kommode wurde bereits inspiziert, wobei sich interessante Gespräche ergeben haben. Mehr über das Forschungsprojekt erfahrt ihr bald hier.

4. Minimalismus und Politik

Grüner Konsum allein reicht nicht. Es braucht strukturelle Veränderungen mit globaler Reichweite, sagt Svenja, die an der Europa Universität Flensburg Transformationsstudien studiert. Es ist ein Studiengang, der sich mit den sozial-ökologischen Krisen unserer Zeit befasst. Oder ein Studiengang für Weltverbessserer, wie das Flensburger Tageblatt ihn kompakt tituliert. Wir alle können strukturelle Veränderungen bewirken, indem wir politisch partizipieren, sagt sie. Eine Demo, Petitionen oder Leserbriefe an Abgeordnete und Lokalzeitungen – bereits kleine politische Handlungen können viel bewirken.

Für alle, die mehr wissen wollen, empfiehlt Svenja das Degrowth Webportal:

Was bedeutet Degrowth?

„Unter Degrowth oder Postwachstum verstehen wir eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält. Dafür ist eine grundlegende Veränderung unserer Lebenswelt und ein umfassender kultureller Wandel notwendig.“

Und das folgende Buch:

”Die gründe Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell”* von Kathrin Hartmann

Mehr über Svenja und ihre Projekte erfahrt ihr in Zukunft auf www.svenjasgodda.de

5. Minimalismus und Zero Waste

In Zeiten von Unverpacktläden und einem immer größer werdenden Bewusstsein für nachhaltige Lebensstile, ist zerowaste leichter denn je. Auf dem Instagram Kanal zerowaste_munster zeigt Sabine, wie sie ihr Leben ohne Müll meistert. Besonderes Interesse beim Publikum hat ihre Wurmkiste geweckt, in der sie ihren Biomüll kompostiert. Bleiben die Würmer auch wirklich in der Kiste? Und was passiert, wenn nicht? Kann ich die Würmer überhaupt für längere Zeit allein lassen? Die Wurmkiste könnt ihr übrigens hier erwerben.

Der einfachste Einstieg in ein Leben mit weniger Müll ist eine wiederverwendbare Flasche, sagt Sabine. Sie verwendet die Edelstahlflasche von Kleen Kanteen*. Ich übrigens auch. Es war einer der besten Käufe in den letzten Jahren.

 

 

Wer noch alles auf der Minimal Kon 2018 war

Nicht nur interessierte Minimalistinnen und Minimalisten kamen zur Minmal Kon. Es waren auch zahlreiche Blogger dabei. Der Austausch war toll und die Themen so vielfältig wie die Persönlichkeiten, die hinter den Blogs stecken.

V.l.n.r.: Sabine Semmler, Traveler1986, Estherloveslife, Minimalismus leben, Svenjasgodda, Minimalismus21, Yestoless, theorganizedcardigan, woistphillip, Keri Chaotic

Nach den Vorträgen gab es genug Zeit für Diskussionsrunden an verschiedenen Tischen und zu unterschiedlichen Themen. Die Stimmung war gut und das Event absolut gelungen. Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Minimal Kon geben. Nähere Infos dazu findet ihr hier

An dieser Stelle auch vielen herzlichen Dank an Michael Klumb und Svenja Sgodda für die tolle Organisation der Minimal Kon 2018!

 

 

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