Warum Verschwendung uns viel Zeit kostet

Der Mensch hat zweifellos viele Dinge erfunden, die uns ein bequemes Leben ermöglichen und uns mehr Zeit verschaffen. Wenn nur nicht das Problem bestünde, dass uns dies zu einem verschwenderischen Lebensstil verführt, der unsere gewonnene Zeit wieder auffrisst.

Der Grad zwischen Bequemlichkeit und Verschwendung ist schmal

Allein in unserem Haushalt befinden sich eine Menge solch toller Erfindungen, wie zum Beispiel Waschmaschine oder  Spülmaschine. Sie erledigen lästige Aufgaben, während wir uns anderen Dingen widmen können.

Ich bin froh, dass ich meine Wäsche nicht per Hand waschen oder das Wasser dafür nicht mühsam herbeiholen muss. Eigentlich eine tolle Sache, wenn uns dies nicht dazu verführen würde, verschwenderisch mit unseren endlichen Ressourcen umzugehen. Wenn ich per Hand abwasche, gehe ich zum Beispiel viel sorgsamer mit meinem Geschirr um. Tassen nutze ich öfters. Ganz sicher würde ich meine Kleidung noch länger tragen und bewusster auf meinen Wasserverbrauch achten, wenn ich all das nicht hätte.

Verschwendung kostet uns viel Zeit

Paradoxerweise ist es dieser verschwenderischer Lebensstil, der unsere gewonnene Zeit wieder auffrisst.

Je mehr Kleidung wir unnötigerweise wechseln, nicht selten sogar täglich, desto mehr Wäsche muss auch gewaschen werden. Und diese muss anschließend aufgehänngt eventuell noch gebügelt und wieder in den Schrank geräumt werden. Auch das Geschirr in der Spülmaschine muss anschließend wieder aus- und eingeräumt werden.

Nicht zuletzt entstehen uns zusätzliche Nebenkosten, für die wir ebenso Lebenszeit aufwenden müssen, um sie zu bezahlen.

Je verschwenderischer wir also konsumieren, desto mehr Zeit müssen wir in unsere Besitztümer investieren.

Mehr Zeit durch Achtsamkeit

Zeitlich und finanziell gesehen profitieren wir erst dann so richtig von dem technischen Fortschritt, wenn wir bewusst und achtsam konsumieren.

Ich habe es in den letzten Monaten ausprobiert:

  • Meine Kleider lege ich erst in die Wäsche, wenn sie die Schnüffelprobe nicht bestanden haben.
  • Bevor ich mir etwas neues aus der Kommode nehme, schaue ich nach, ob auf dem Kleiderständer noch Sachen liegen, die ich tragen kann. Dort türmt sich leider auch so manches an.
  • Ich muss auch nicht jeden Tag etwas Neues anziehen. Das war nicht immer so.
  • Oft spüle ich per Hand, weil ich nicht viel Geschirr habe und ich die Maschine nur selten voll kriege
  • Ich kaufe weniger Convinience Produkte und muss folglich weniger Müll entsorgen
  • ….

Der Zeitgewinn ist spürbar. Ich nutze meine Waschmaschine mittlerweile nur noch 2 bis 3 mal im Monat (hell-, dunkel- und Kochwäsche). Mein Wäscheständer steht nicht mehr permanent herum und der Haushalt läuft praktisch nebenbei. Früher  konnte ich mir überhaupt keinen Reim darauf machen, wie das überhaupt gehen soll. Dies ist aber vor allem auch dem zu verdanken, dass ich vieles bereits entrümpelt habe. Letztendlich ist es die Summe aus allem. Nichts frisst mehr Zeit als unnötiger Besitz. Je weniger Dinge wir besitzen, desto weniger müssen wir sie aufräumen, putzen, pflegen, reparieren, entrümpeln und vor allem wieder entsorgen. Vielleicht hast du diese Erfahrung auch schon gemacht.

Manchmal spüle ich sogar gern per Hand, weil mich das entspannt. Der buddhistische Mönch Keisuke Matsumoto hat sogar ein Buch geschrieben über Die Kunst des achtsamen Putzens: Wie wir Haus und Seele reinigen*

Das Ziel ist, ein einfaches Leben zu führen, Zeit zu haben, sich selbst zu betrachten.”

Keisuke Matsumoto

Jetzt habe ich Zeit für Dinge, die mir wichtiger sind, wie zum Beispiel leben, lieben, bloggen oder einfach nichts tun.

Hast auch du die Erfahrung gemacht, dass Bequemheit und Verschwendung ganz nah beieinander liegen? Wie gehst du damit um? Schreib mir doch gern in den Kommentaren.

 


Putzen als Passion: Ein philosophischer Universalreiniger für klare Verhältnisse* von Nicole C. Karafyllis

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie hat mich das Thema Putzen interessiert. Manchmal ist es sogar für mich eine sehr befriedigende Tätigkeit. Die Philosophin Nicole C. Karafyllis hat diesem Thema sogar ein ganzes Buch gewidmet. Was soll ich sagen? Es ist eine Kunst, ein solches Thema so gut aufzubereiten. Daher: Lesenswert.

 

*Amazon Affiliate Link

 

 

4 thoughts on “Warum Verschwendung uns viel Zeit kostet

  1. Die Zeitinvestitionen werden beim Konsumieren tatsächlich häufig vergessen. Es ist schon einige Jahre her, da habe ich tatsächlich mal ganz haargenau die Zeit gemessen: Von Hand spülen und Spülmaschine in 2-Personen-Haushalt. Es war definitiv nicht mehr Zeitaufwand, die Sachen per Hand zu spülen, anstatt die Spülmaschine zu nutzen. Ich war selbst überrascht. Denn: Manchmal muss man irgendwas vorspülen, manchmal nachtrocknen. Dann Spülmittel zugeben, Salz nachfüllen etc. etc. – Es war unter’m Strich die gleiche Zeit. Und dafür hatten wir soviel Geschirr gehortet. Zumindestens bei kleinen Haushalten kann ich sagen: Geschirrspüler lohnt nicht. Man macht sich was vor.

    1. Liebe Gabi, danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass auch andere diese Erfahrung machen. Ich nutze die Spülmaschine nur noch, wenn ich sehr fettiges Geschirr habe oder wenn ich Besuch hatte und die Spülmaschine damit voll kriege. Absolut eine Erleichterung. Ganz liebe Grüße, Huong

  2. Liebe Huong,

    dank dir habe ich den Tip umgesetzt und Vieles aus unserer Wohnung entfernt, worauf man sehr gut verzichten kann.

    Viel Dekoartikel haben wir nicht mehr in unserer Wohnung und dementsprechend weniger Arbeit.
    Wenn ich beispielsweise Staub putze, muss ich nicht vorher die Ablagefläche frei räumen, um sie zu putzen. Und Dekos, die ich ebenfalls entstauben muss fallen fast ganz weg.

    Außerdem wirkt unsere Wohnung auf mich nun viel entspannender, als vorher.

    Ich profitieren sehr von deinen tollen Tipps, die ich oftmals erfolgreich umgesetzt habe.

    Alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

    Asle

    1. Meine liebe Asle, als Freundin genieße ich das Privileg ab und zu einen Blick in deine Wohnung werfen zu dürfen. Es ist wunderbar, was du daraus gemacht hast. Es ist luftig, hell und sehr minimalistisch. Und ich freue mich so, dass du so erfolgreich bei Ebay warst :-) Ich umarme dich, Huong

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